Die Staats- und Regierungschefs der G7 setzen ihr Treffen mit Beratungen über Friedensbemühungen in der Ukraine fort. Auch Präsident Selenskyj nimmt teil und könnte die jüngsten Erfolge im Krieg gegen Russland für sich nutzen.
Die G7-Staaten wollen die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. An den Beratungen beim Gipfel führender demokratischer Wirtschaftsmächte (G7) im französischen Évian wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen. G7-Mitglieder sind neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
Das Gipfeltreffen begann gestern mit einem informellen Begrüßungsabend. Mit Spannung wurde die Anreise von US-Präsident Donald Trump erwartet, der erst am Sonntag eine Einigung auf ein Abkommen für ein Ende des Kriegs mit Iran verkündet hatte.
Zwar wurde der Republikaner freundlich, “jedoch nicht überschwänglich” empfangen, wie ARD-Korrespondent Michael Strempel berichtete. Denn für die übrigen G7-Nationen sei noch völlig unklar, wie die Details der US-Vereinbarung mit Iran aussehen. Zudem wirkte Trump trotz seines vermeintlichen Fortschritts im Nahost-Krieg “sichtbar sehr müde”.
Beratungen zur Ukraine
Im weiteren Verlauf des Gipfels soll nun der Ukraine-Krieg im Fokus stehen. Bereits am Sonntag hatte US-Präsident Trump nach eigenen Angaben gute Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und auch Kremlchef Wladimir Putin geführt, wie er am Abend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten und Gipfel-Gastgeber Emmanuel Macron erzählte.
“Ich glaube, da können wir etwas erreichen. Wirklich.” Trump denke, dass beide dafür offen seien. Nach der Vereinbarung über Iran “werden wir uns darauf konzentrieren und sehen, ob wir das hinbekommen”.
Die Gespräche der G7 mit dem ukrainischen Präsidenten sollen am heutigen Vormittag beginnen. “Selenskyj kommt in einer Position der relativen Stabilisierung der Ukraine in diesem Krieg, weil sie Erfolge vorzuweisen hat und den russischen Vormarsch aufhalten konnte”, wie es ARD-Korrespondent Strempel schilderte. Dies könnte Trump imponieren und Selenskyj nutzen, um die USA als wichtigen Unterstützer zu behalten.
Selenskyj spricht von neuer diplomatischer Initiative
Diese Unterstützung könnte auch auf dem diplomatischen Weg stattfinden. Wie Selenskyj berichtete, habe er bei einem Zwischenstopp auf dem Weg zum G7-Gipfel in der moldauischen Hauptstadt Chisinau zunächst geplant, Putin an den Genfer See einzuladen. Moskau habe dies aber abgelehnt. Daher habe Selenskyj Trump gebeten, ein solches Treffen in den USA zu organisieren.
Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, so Selenskyj. “Wir werden sehen, was dabei herauskommt”, sagte er in einem Video.
