Zahl der Sozialwohnungen auch 2025 wieder gesunken

Zahl der Sozialwohnungen auch 2025 wieder gesunken

Stand: 16.06.2026 • 16:35 Uhr

2025 ist die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland weiter zurückgegangen. Besonders stark betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Die Bundesregierung verspricht gegenzusteuern, Kritiker sagen: Die Investitionen reichen nicht.

Die Zahl der Sozialwohnungen ist nach Angaben der Bundesregierung auch 2025 gesunken. Konkret wurden 27.283 Neubauwohnungen gefördert, wie das Bundesbauministerium mitteilte. Dazu kamen 4.701 neue Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende.

57.621 Wohnungen fielen allerdings aus der Sozialbindung. Trotz weiterer Gegenmaßnahmen wie etwa der Verlängerung von Belegungsbindungen, die die Voraussetzungen für in Frage kommende Mieter regelt, blieb unter dem Strich ein Minus: Ende 2025 gab es demnach 20.000 Sozialwohnungen weniger als ein Jahr zuvor.

Auch insgesamt schwächelt der Wohnungsbau. 2025 wurden in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit mehr als zehn Jahren nicht. 206.600 gebaute Einheiten bedeuteten einen Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Das ist der niedrigste Wert seit 2012.

Staatliche Förderung läuft meist nach 30 Jahren aus

Fehlender Wohnraum ist eins der politischen Kernthemen derzeit – genauer gesagt, fehlender bezahlbarer Wohnraum. Sozialwohnungen sind für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen vorgesehen. Ende 2024 waren bundesweit noch rund 1,05 Millionen solcher Wohnungen registriert.

Aber die Sache hat einen Haken: Denn die staatliche Förderung ist in der Regel auf bis zu 30 Jahren befristet. Läuft diese Frist ab, fallen Sozialwohnungen aus der Bindung und werden am freien Markt angeboten – und der ist bekanntlich extrem angespannt, vor allem in den Ballungsräumen.

Der Bund investiert Milliarden

Der Verlust älterer Sozialwohnungen konnte auch 2025 nicht durch Neubauten ersetzt werden. Regional war besonders Nordrhein-Westfalen betroffen – rund 8.000 Neubauten standen mehr als 26.000 Wohnungen und Wohnheimplätzen gegenüber, die aus der Sozialbindung fielen.

Um diesen Trend umzukehren, will Bundesbauministerin Verena Hubertz massiv investieren. Bis 2029 sollen allein beim Bund 23,5 Milliarden Euro investiert werden. Auch Bürokratie soll abgebaut werden, besonders bei den Genehmigungsverfahren.

Kritiker halten dies aber für immer noch für viel zu wenig. Bis zu einer Million Wohnungen würden fehlen. “Diese Mittel braucht es jährlich – gerade jetzt, wo der private Wohnungsbau stockt”, sagte die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Caren Ley.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *