Der britische Premierminister Keir Starmer steht seit Wochen massiv unter Druck. Nun verdichten sich die Hinweise, dass er heute zurücktreten könnte. Oder auch doch nicht?
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer steht schon länger unter Druck, nun könnte er zurücktreten. Der Labour-Politiker werde möglicherweise schon heute einen Zeitplan für seinen Rücktritt bekanntgeben, schrieb unter anderem die Zeitung The Times. Die britische Sonntagszeitung The Observer titelte, Starmer werde heute nach knapp zwei Jahren im Amt seinen Rücktritt erklären.
Der Sender Sky News will wissen, dass inzwischen Außenministerin Yvette Cooper als eine der ranghöchsten Ministerinnen Starmer zum Rücktritt aufgefordert habe.
Solange sich der Premierminister nicht selbst äußert, bleibt allerdings auch die Möglichkeit, dass er trotz des massiven innerparteilichen Drucks im Amt bleiben will. “Starmer erwägt seine politische Zukunft”, berichtete etwa die BBC. Die Nachrichtenagentur dpa schreibt, dass ihn am Wochenende seine Frau Victoria angeblich immer wieder dazu ermutigt haben soll, weiterzukämpfen und nicht zurückzutreten.
Rivale Burnham könnte Starmer herausfordern
Allerdings ist auch ein anderes Szenario denkbar: Er könnte etwa heute bekannt geben, dass er noch bis September im Amt bleiben möchte, so ARD-Korrespondent Christoph Prössl, um so eine geordnete Übergabe zu ermöglichen.
Zuvor hatten mehrere Minister und Abgeordnete Starmer zum Rückzug gedrängt. Am Freitag erklärte das Team seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham, man gebe Starmer das Wochenende Zeit, um seine Lage zu überdenken und hoffe auf eine geordnete Machtübergabe.
Trump: Starmer wird zurücktreten
Die ehemalige Ministerin Jess Phillips sagte dem Sender BBC, sie habe das Gefühl, als sei man am Ende des Weges angelangt. Ein Rückzug Starmers sollte so würdevoll wie möglich verlaufen.
Wirtschaftsminister Peter Kyle sagte, es gebe keinen Grund zur Annahme, dass sich an Starmers resoluter Haltung etwas geändert habe. Der BBC sagte Kyle, er habe am Freitag mit Starmer gesprochen. Jede Entscheidung, die der Premier treffe, werde “im besten Interesse des Landes” liegen.
Einer ist sich jedenfalls sicher: US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, Starmer werde zurücktreten. Ob sich Trump auf Basis konkreter Informationen äußerte oder eigene Motive hatte, sich in die Debatte einzuschalten, blieb offen. Starmer war von Trump in der Vergangenheit wiederholt kritisiert worden.

