Elektro- und Hybridautos haben den Automarkt in der EU im Mai weiter angetrieben. Volkswagen bleibt zwar mit Abstand Marktführer, verkaufte aber weniger. Und die chinesischen Konkurrenten holen langsam auf.
Jeder fünfte Neuwagen in der Europäischen Union (EU) ist inzwischen ein Elektroauto. Insgesamt seien im Mai etwa 200.000 dieser Fahrzeuge erstmals zugelassen worden, das seien 42,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte ACEA mit. Allein in Deutschland wurden danach 39,3 Prozent mehr Elektroautos verkauft.
Besonders stark zogen die Zulassungszahlungen von Stromern in Kroatien (+350,5 Prozent), Slowenien (+103,4 Prozent) oder auch Italien (+75,7 Prozent) an – zumindest auf den ersten Blick. Denn die Länder kommen von einem vergleichsweise geringen Niveau.
Zum Beispiel fahren in Italien nur rund 400.000 Elektroautos auf den Straßen – gut fünfmal weniger als in Deutschland. Mit Blick auf die Größe des italienischen Automarktes ist das sehr wenig; der Staat gilt daher in Sachen Elektromobilität als Problemfall innerhalb der EU.
Hybride weiter die beliebteste Antriebsart
Der europäische Branchenverband führte die positive Entwicklung bei den Elektroautos auf staatliche Kaufprogramme zurück. Zusätzlich dürften die hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs eine Rolle spielen. Die beliebteste Antriebsart sind weiterhin Hybride mit einem Marktanteil von 37,8 Prozent. Danach folgen Benziner (22,4 Prozent) und reine Elektroautos (20 Prozent).
Der Absatz reiner Verbrennerfahrzeuge sank um rund ein Fünftel auf rund 210.000 Benzin- und 69.000 Dieselautos. Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 955.000 Fahrzeuge.
Seit Jahresanfang summiert sich der Anstieg damit auf vier Prozent. Während Deutschland, Spanien und Italien ein Wachstum schafften, wurden in Belgien, den Niederlanden, Schweden und Frankreich weniger Autos verkauft als vor Jahresfrist.
Chinesische Anbieter steigern Absatz stark
Bei den Herstellern verzeichnen vor allem chinesische Anbieter wie BYD, SAIC, Chery oder Leapmotor kräftige Zuwächse. Sie konnten in den ersten fünf Monaten ihre Verkäufe zum Teil auf das mehr als Sechsfache steigern. Die Marktanteile sind zwar noch vergleichsweise gering. Der größte chinesische Hersteller BYD hat seinen Anteil im Jahresvergleich allerdings mehr als verdoppelt und kommt inzwischen auf 2,1 Prozent.
Der Elektroauto-Pionier Tesla aus den USA erholte sich von seinem Absatzeinbruch aus dem Vorjahr und kam von Januar bis Mai auf einen Marktanteil von 1,9 Prozent. Volkswagen blieb EU-weit zwar mit Abstand Marktführer, musste jedoch einen Absatzrückgang um 3,6 Prozent auf etwa 254.000 Autos hinnehmen.
Stellantis, der Mutterkonzern von Fiat, Peugeot und Opel, verbuchte als Nummer zwei ein Minus von 2,6 Prozent, und der Branchendritte Renault büßte 1,3 Prozent ein. Der BMW-Konzern kam hingegen auf ein Plus von 3,7 Prozent, und Mercedes-Benz legte um 0,7 Prozent zu.

