Ermittler nehmen Schadsoftware vom Netz

Ermittler nehmen Schadsoftware vom Netz

Stand: 24.06.2026 • 18:25 Uhr

Drei der gefährlichsten Schadsoftware-Varianten sind laut BKA vom Netz genommen worden. Sie waren meist Ausgangspunkt für digitale Erpressungen, von denen immer wieder auch Kommunen betroffen sind.

Der europäischen Polizeibehörde Europol, dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem US-Konzern Microsoft ist ein Schlag gegen internationale Cyberkriminelle gelungen.

Drei der weltweit gefährlichsten Schadsoftware-Varianten seien vom Netz genommen worden, teilte das BKA mit. Sie seien oft der Ausgangspunkt für digitale Erpressungen gewesen, von denen immer wieder auch Kommunen und Unternehmen betroffen sind.

Bei der Aktion wurden laut BKA rund 15.000 Internetseiten, mehr als 300 Server und über 140 Domains unschädlich gemacht. Der Fokus lag demnach auf der dauerhaften Zerschlagung der jeweiligen technischen Infrastrukturen.

Mehr als 385.000 Betroffene

Die Schadsoftware-Varianten “SocGholish”, “StealC” und “Amadey” wurden meist für die Erstinfektion eines Gerätes verwendet, so das BKA. Kriminelle verschafften sich demnach etwa Zugang zu Computersystemen, auf die sie dann Ransomware spielen konnten, oder lasen Passwörter und gespeicherte Zugangsdaten aus, um mit den Datensätzen zu handeln.

Die Ermittler beschlagnahmten nach eigenen Angaben rund 27 Millionen Zugangsdaten von mehr als 385.000 Menschen, die Opfer der Schadprogramme geworden waren. Betroffene sollen nun über öffentlich zugängliche Plattformen prüfen können, ob ihre Daten darunter sind.

Darüber hinaus spürten die Ermittler Kryptowährungen im Wert von mehr als 47 Millionen US-Dollar auf, die mutmaßlich aus Straftaten stammen. Die Ermittlungen laufen in Deutschland unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßiger Erpressung.

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