Der Auftakt sollte so groß und pompös werden wie die gesamten Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der USA. Doch nachdem zahlreiche Stars ihren Auftritt abgesagt hatten, war Präsident Trump das Alternativprogramm.
“I am a real American” – “Ich bin ein echter Amerikaner” – trällert die Marine Corps Big Band von der Bühne, während die Kampfflugzeuge der Air Force im Tiefflug über die National Mall in den Sonnenuntergang donnern.
Mehr Patriotismus geht nicht als bei der Auftaktveranstaltung zum 250. Geburtstag der Nation. Zwei Wochen lang feiert die Great American State Fair das erste Vierteljahrtausend US-amerikanischer Landesgeschichte.
Übliche Wahlkampfrede von Trump
Historisch nicht immer ganz akkurat wird die Geschichte der Amerikanischen Revolution nacherzählt. Als stringente Erfolgsgeschichte vom tapferen Underdog, der sich moralisch überlegen von der Staatsgründung bis zur Weltmacht hocharbeitet. Und auch wenn es zwischendrin mal nicht näher benannte Rückschläge gab, ist Amerika ja nun wieder zurück, verkündet der Hauptredner des Abends.
US-Präsident Donald Trump steuert seine übliche Wahlkampfrede bei. Der Ölpreis, die Einwanderung, der Kampf gegen Drogen, der Ballsaal am Weißen Haus, bis zur Umbenennung des Golfs von Mexiko. Der Präsident setzt auf bewährte Themen und bestätigt damit die Erwartungen seiner Kritiker.
Denn Trump ist an diesem Abend das Ersatzprogramm für zahlreiche Musiker, die ihren Auftritt wieder abgesagt hatten, weil sie eine allzu parteipolitische Veranstaltung fürchteten.
Einige Tausend Menschen kamen zur Eröffnungsfeier – jedoch weniger als erwartet.
Show für das weiße, ländliche Amerika
Zwischen 5.000 und 10.000 Menschen sind trotzdem gekommen. Deutlich weniger als erwartet – und selbst die reagieren auf Trumps Rhetorik eher routiniert als euphorisch. Heikle Themen wie Inflation, Lohnstagnation, Wohnkosten oder Langzeitarbeitslosigkeit vermeidet der Präsident im Jahr der Zwischenwahlen. Umso mehr Platz im Festprogramm bekommen Gebete und das Motiv vom christlichen Amerika.
US-Amerikaner, die sich zum Landesgeburtstag eine überparteiliche Geste der Einigung erhofft hatten, dürften enttäuscht werden. Die Show der kommenden Tage ist für das weiße, ländliche Amerika gedacht: Rodeo-Shows, christlicher Patriotismus, ein Autorennen mitten in Washington – und zum vierten Juli dann das größte Feuerwerk der Landesgeschichte.
Und natürlich jede Menge Kampfflugzeuge.
