Stand: 30.06.2026 • 13:42 Uhr

Wie wäre es mit einem Umzug ins Büro? Genau dafür will die Bundesregierung Anreize schaffen und den Umbau von Gewerbeflächen zu Wohnraum fördern. Ab morgen können die Zuschüsse beantragt werden.

Um bundesweit mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, will die Bundesregierung den Umbau von leerstehenden Büroräumen oder Gewerbeimmobilien fördern. Die Finanzspritze vom Bund kann ab morgen bei der KfW beantragt werden.

“Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben“, warb Bundesbauministerin Verena Hubertz für das Programm “Gewerbe zu Wohnen”. Beantragt werden können bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro neuer Wohnheit beziehungsweise bis zu 300.000 Euro pro Investor. Allerdings müssen beim Umbau von Gewerbeflächen Auflagen zur energetischen Sanierung erfüllt werden.

Mehr als zwölf Millionen Quadratmeter ungenutzter Bürofläche

Vorgestellt hatte die SPD-Ministerin das Programm bereits im April. Dabei könne es um leere Ladenflächen gehen, um Büros, aber auch um die alte Dorfgrundschule, betonte Hubertz. Um “Gebäude, die einmal voller Leben waren, und nun stillstehen, während so viele Menschen nach Wohnraum suchen”.

Laut Hubertz stehen derzeit bundesweit mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. Würden sie genutzt, spare dies Ressourcen und bringe neues Leben in Stadtzentren.

Umbau teils sehr aufwendig und kostspielig

Auch Experten schätzen, dass in leerstehenden Büros Tausende Wohnungen entstehen könnten, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Demnach ging das Ifo-Institut 2024 von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen aus, die durch den Umbau von Gewerbeimmobilien in den sieben größten Städten Deutschlands geschaffen werde könnten.

Allerdings warnte das Institut auch, in vielen Fällen rechne sich der Umbau nicht, denn teils müssen die für ganz andere Zwecke entworfenen Flächen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Teilweise auch, weil Büroräume oder Ladenflächen andere Anforderungen erfüllen als Wohnräume, etwa beim Brandschutz oder der Statik. Hinzu kämen die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Baukosten. Zudem seien Bürogebäude nicht immer auch attraktive Wohnorte – etwa, wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, Kindergärten, Geschäfte oder Parks fehle.

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