Stand: 30.06.2026 • 13:16 Uhr

Nach dem Fußball-Triumph über Deutschland kommt Paraguay aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Die Regierung hat den Dienstag sogar spontan zum Nationalfeiertag erklärt: Das ganze Land soll feiern, so Präsident Peña.

Paraguay hat überraschend Deutschland aus der Fußball-Weltmeisterschaft geworfen – und feiert nun ausgelassen den Einzug ins Achtelfinale. Präsident Santiago Peña rief spontan einen nationalen Feiertag aus. Der Tag nach dem sensationellen Sieg über die deutsche Nationalmannschaft sei arbeitsfrei, teilte die Regierung per Dekret mit.

Zuvor hatte Peña nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen das DFB-Team auf der Plattform X geschrieben: “Paraguay gibt niemals auf! Feiertag, verdammt noch mal!”

“Heute feiert ein ganzes Land”

“Heute feiert ein ganzes Land. Es feiert den Sieg einer Nationalmannschaft, die das Wesentliche unserer Identität verkörpert: den Kampfgeist, den Glauben und die Stärke eines Volkes, das niemals aufgibt”, so Peña weiter.

Als Teil seiner Ankündigung veröffentlichte er ein Bild, das ihn im Trikot der paraguayischen Nationalmannschaft bei der Unterzeichnung des Dekrets zeigt. Er dankte der Nationalmannschaft für die “riesige Freude” und dafür, Millionen Paraguayer unter einer Flagge vereint zu haben.

Gesetz 7.544 erlaubt Sonderfeiertage

Die rechtliche Grundlage für die Ausrufung des Feiertages bildet laut paraguayischer Zeitung ABC das Gesetz Nummer 7.544. Es ermächtigt den Präsidenten, bei entsprechenden Anlässen bis zu drei zusätzliche Feiertage pro Kalenderjahr festzulegen.

Vergangenes Jahr war der Fußball schon einmal der Grund für einen kurzfristig ausgerufenen Feiertag. Am 5. September 2025 feierten die Menschen, nachdem sich die Albirroja, wie die paraguayische Mannschaft genannt wird, rechnerisch endgültig für die laufende Weltmeisterschaft qualifiziert hatte.

Autokorsos in der Hauptstadt

Direkt nach dem Sieg heute Nacht feierten die Menschen im ganzen Land. In der Hauptstadt Asunción strömten Zehntausende auf die Straßen. Paraguay habe “das getan, was es am besten kann” und “während des gesamten Spiels und auch in der Verlängerung mit der Seele verteidigt”, sagte etwa der Bankangestellte Amado Salomón nach dem Spiel.

Hotelier Luis Espínola sagte, als Anhänger der Albirroja müsse man bis zur letzten Minute leiden. “Das ist Teil unserer Identität, unserer Art zu konkurrieren und Fußball zu verstehen. Heute hat sich dieses Leiden schließlich in eine ungeheure Freude verwandelt”, sagte er inmitten der jubelnden Anhänger in der Hauptstadt.

Deutschland eigentlich Favorit

Eigentlich war die deutsche Mannschaft als Favorit in das Sechzehntelfinale gestartet. Beim letzten WM-Duell im Jahr 2002 hatte die DFB-Elf die Paraguayer noch aus dem Turnier gekickt.

Erstmals seit 2010 sind diese wieder bei einer Fußball-WM dabei. Im Kampf um das Viertelfinale trifft Paraguay entweder auf Topfavorit Frankreich oder Schweden. Theoretisch hätte Präsident Peña laut Gesetz noch Luft für zwei weitere Feiertage im laufenden Jahr – vielleicht dann nach einem weiteren Überraschungserfolg.

Mit Informationen von Anne Herrberg, ARD-Studio Südamerika

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