Das Vertrauen der Europäer in die EU ist aktuell so groß wie lange nicht mehr – so das Ergebnis der Umfrage Eurobarometer. Die weltpolitische Lage sorgt allerdings für Verunsicherung.
Finanzielle Stabilität, eine gute Wirtschaft, ein bezahlbares Leben – diese Dinge sind den Menschen in Deutschland und in ganz Europa gleichermaßen wichtig. Das ergibt das aktuelle Eurobarometer, eine Umfrage im Auftrag des Europäischen Parlaments. Demnach betrachten 75 Prozent der Europäer die EU als “sicheren Hafen”. Das ist ein deutlicher Anstieg um 8 Prozent gegenüber dem Herbst 2025 – und der zweithöchste Wert der letzten zehn Jahre.
Gleichzeitig wächst der Pessimismus: Sechs von zehn Befragten glauben, dass sich die Welt insgesamt in die falsche Richtung entwickelt. Mit Blick auf die Zukunft liegen deshalb Verunsicherung und Hoffnung mit 44 und 43 Prozent nahezu gleichauf. Optimistisch bleiben vor allem junge Menschen.
Rund zwei Drittel der EU-Bürger wünschen sich laut Eurobarometer eine größere Rolle der EU beim Schutz vor globalen Krisen und Sicherheitsgefahren.
Die Deutschen sind pessimistischer als der EU-Durchschnitt
Hierzulande ist die Zuversicht, was die Zukunft der Europäischen Union angeht, zuletzt deutlich gesunken. 48 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, sie seien “ziemlich optimistisch” oder “sehr optimistisch”. Im vergangenen Jahr waren es noch fast 70 Prozent.
EU-weit ist die Unterstützung allerdings so hoch wie nie: 74 Prozent sehen die Mitgliedschaft als Vorteil, vor allem wegen ihres Beitrags zu Frieden und Sicherheit.
Lebenshaltungskosten beschäftigen viele Menschen
Aus Sicht der deutschen Befragten sollte sich die EU vor allem auf Verteidigung und Sicherheit konzentrieren, auf die Unabhängigkeit in der der Energieversorgung und die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie und Wirtschaft.
Gleichzeitig bleibt in Deutschland – wie in der gesamten EU – der Alltag ein zentrales Thema: Steigende Lebenshaltungskosten sind für fast jeden Zweiten die wichtigste politische Priorität. Für etwa die Hälfte aller Befragten in der EU (46 Prozent) gehört zu den wichtigsten Themen für das Europäische Parlament, sich mit der Inflation und den steigenden Preisen und Lebenshaltungskosten zu befassen.
Europaweit wurden für das Eurobarometer zwischen Anfang April und Anfang Mai dieses Jahres knapp 27.000 Menschen befragt. Die repräsentative Umfrage wird im Auftrag des Europäischen Parlaments zweimal im Jahr durchgeführt.
