Stand: 05.07.2026 • 12:16 Uhr

In Iran gehen die Trauerfeiern für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei weiter. Dessen Sohn und Nachfolger wurde dort bislang nicht gesichtet – was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand anheizt.

Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, hat Großajatollah Dschafar Sobhani in der Hauptstadt Teheran das Totengebet geleitet. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder, wie drei Söhne Chameneis – Mustafa, Meisam und Massud – am Sarg ihres Vaters beteten. Auch Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf nahmen teil.

Wer fehlte, war der vierte Sohn des Ayatollahs, Modschtaba Chamenei, der gleichzeitig sein Nachfolger ist. Der neue oberste Führer der Islamischen Republik ist seit Monaten nicht öffentlich aufgetreten.

Keine Auftritte von Modschtaba Chamenei vorgesehen

Er soll am 28. Februar, bei dem Angriff zu Beginn des Kriegs, bei dem sein Vater und weitere Familienmitglieder getötet wurden, schwer verletzt worden sein. Aus dem engen Umfeld Modschtaba Chameneis hieß es, sein Gesicht sei entstellt und er habe schwere Verletzungen an einem oder beiden Beinen davongetragen.

Iranischen Medien zufolge ist auch nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige ein Gebet zur Trauerfeier seines Vater leitet. Das sollen nach dem 97-jährigen Sobhani der einflussreiche Ajatollah Makarem Schirasi (99) und Nuri Hamedani (101) übernehmen. Insgesamt soll die Trauerfeier für den getöteten Ajatollah eine Woche dauern. Seine sterblichen Überreste sollen auch zu schiitischen Heiligtümern im benachbarten Irak gebracht werden, ehe Ali Chamenei in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.

Trump: Friedensgespräche für Trauerfeier ausgesetzt

Nach dem Angriff auf Chameneis Amtssitz in Teheran Ende Februar führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen Iran, bis sich Vertreter beider Seiten Anfang April auf eine Waffenruhe einigten. Die iranische Führung erhofft sich von einer Übereinkunft mit Washington enorme wirtschaftliche Vorteile.

US-Präsident Donald Trump erklärte einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge, die auf das vorläufige Abkommen folgenden Friedensgespräche seien wegen der Trauerfeierlichkeiten für eine Woche ausgesetzt worden.

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