Stand: 06.07.2026 • 02:41 Uhr

Immer noch werden Tote nach den Erdbeben in Venezuela geborgen. Die Opferzahl stieg laut Behörden auf mehr als 3.300 Menschen. Interimspräsidentin Rodríguez verteidigte derweil ihre Regierung gegen Kritik.

Nach dem schweren Doppel-Erdbeben in Venezuela vor anderthalb Wochen ist die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer auf 3.342 gestiegen. Zudem gebe es rund 16.740 Verletzte, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, auf der Plattform X mit. Mehr als 17.000 Menschen verloren demnach durch die Katastrophe ihr Zuhause.

Zur Zahl der noch Vermissten machte die Regierung keine Angaben. Die Behörden des südamerikanischen Landes haben es bisher vermieden, sich dazu zu äußern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten aber bei bis zu 50.000 liegen.

Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten

Zwei verheerende Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am 24. Juni das Land erschüttert, weitere – deutlich schwächere – Nachbeben folgten. Besonders schlimm sind die Folgen im Bundesstaat La Guaira.

Neben Einsatzkräften aus Venezuela suchen auch Helfer aus zahlreichen anderen Staaten weiter nach Verschütteten in den Trümmern eingestürzter Häuser. Bei den Beben wurden nach bisherigen Erkenntnissen 190 Gebäude komplett zerstört und mindestens 856 weitere stark beschädigt, darunter mehrere Krankenhäuser. Manche Brücken und Straßen sind seither gänzlich unpassierbar.

Rodríguez verteidigt Vorgehen der Regierung

In der Bevölkerung wächst die Frustration über eine als verzögert und unzureichend empfundene Reaktion auf die Katastrophe. Überlebende und Hilfsorganisationen werfen den Behörden Schwerfälligkeit und Ineffizienz vor. Unter anderem fehle schweres Gerät zur Trümmerbeseitigung, weshalb die Rettungsarbeiten maßgeblich von Zivilisten und ausländischen Helfern getragen würden.

Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verteidigte in einer Rede zum 215. Unabhängigkeitstag des Landes das Vorgehen der Regierung. Sie habe umgehend Sicherheitskräfte entsandt, sagte Rodríguez. Zudem kündigte sie an, dass eine neue Militäreinheit für den Umgang mit Notfällen und Katastrophen entstehen soll.

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