Im Süden Europas kämpfen Einsatzkräfte gegen Waldbrände. Besonders angespannt ist die Lage in Südfrankreich: Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Auch Griechenland, Spanien und Portugal sind betroffen.
Wegen eines außer Kontrolle geratenen Waldbrandes wurden im Südwesten Frankreichs etwa 10.000 Menschen evakuiert. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen inzwischen 4.600 Hektar Fläche zerstörten, wie die Behörden mitteilten.
Hunderte Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer an. Durch Wind, große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit wurde es weiter angefacht. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt.
Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der Region dazu auf, die Straßen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren, um dort Besitz in Sicherheit zu bringen. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Dieses Satellitenfoto zeigt Rauchschwaden, die am 5. Juli 2026 über einem acht Kilometer großen Brandgebiet zwischen Rodes und Ille-sur-Tet im Departement Pyrénées-Orientales in Südfrankreich aufsteigen.
Tour de France wegen Bränden eingeschränkt
Angesichts der “sehr schwierigen Lage” hatten die Behörden am Sonntagabend angeordnet, dass die dritte Etappe der Tour de France heute zwar stattfindet, allerdings ohne Zuschauer auf der französischen Seite der Grenze. Die Strecke führt von Granollers in Spanien zum französischen Zielort Les Angles.
Alle Sicherheitskräfte müssten sich auf die Bekämpfung des Brandes konzentrieren, erklärte die Präfektur. Wer sich nicht an die Einschränkungen halte, müsse mit einem Bußgeld rechnen.
Auch in anderen Regionen im Süden Frankreichs kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Wegen einer neuen Hitzewelle gilt in 16 Départements die zweithöchste Alarmstufe Orange, erwartet werden Temperaturen von bis zu 40 Grad.
Brände auf Spaniens Grenzseite
Auf der spanischen Seite der Grenze verwüstete das Feuer rund 2.200 Hektar Land. 97 Prozent der Fläche liegen im Naturschutzgebiet Les Gavarres. Die katalanischen Behörden erklärten am späten Samstagabend, die Lage dort sei stabil und das Feuer werde voraussichtlich im Laufe der Woche gelöscht.
Die Polizei nahm einen Straßenarbeiter fest, der im Verdacht steht, den Brand ausgelöst zu haben. Weiter südlich in der spanischen Provinz Castellon mussten 500 Menschen vor einem Brand im Nationalpark Sierra de Espadan in Sicherheit gebracht werden.
Feuer in Portugal auf 12.000 Hektar ausgebreitet
Auch in anderen Regionen Südeuropas kämpften Einsatzkräfte gegen Waldbrände. In Portugal seien mehr als 1.200 Einsatzkräfte mit fast 400 Fahrzeugen und 15 Flugzeugen im Einsatz, so der Katastrophenschutz am Sonntag. Das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus teilte der Nachrichtenagentur AP zufolge mit, das am Donnerstag ausgebrochene Feuer habe sich in der Region Vouzela auf eine Fläche von 12.000 Hektar ausgebreitet.
In Griechenland erfasste ein Waldbrand eine Recyclinganlage. Die Behörden riefen die Bewohner einiger Stadtteile von Thessaloniki auf, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten, weil der Rauch Giftstoffe enthalte. Etwa 160 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die vom Wind angefacht wurden. Löschflugzeuge seien nach Tagesanbruch gestartet, teilte die Feuerwehr mit.
Die meisten Waldbrände werden nach Angaben der Feuerwehr zwar von Menschen verursacht. Häufigere Hitzewellen und die damit verbundene Trockenheit infolge des Klimawandels begünstigen jedoch ihre Ausbreitung.