Krieg gegen die Ukraine: Wieder russische Angriffe auf Kiew
In der Nacht hat Russland Kiew erneut mit Raketen angegriffen. Es gab mehrere Verletzte. Trotz der Eskalation in den vergangenen Wochen sieht Bundesaußenminister Wadephul jetzt einen guten Zeitpunkt für Verhandlungen.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut unter Raketenbeschuss geraten. Laut Medienberichten gab es eine Reihe schwerer Explosionen in der Stadt. Mindestens zehn Menschen wurden bei den Angriffen verletzt. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte der Katastrophenschutz mit.
Die ukrainische Luftwaffe gab bekannt, dass Russland die Hauptstadt mit sechs ballistischen Raketen, sechs Marschflugkörpern und 121 Drohnen angegriffen habe. Mindestens zwei Marschflugkörper und 111 Drohnen seien abgewehrt worden.
Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen. Nach vorläufigen Angaben Tkatschenkos gab es Schäden in einem Stadtbezirk im Ostteil der Stadt. Im Westteil Kiews brach demnach ein Brand in einem Bürogebäude aus. Zudem sei ein unbewohntes Gebäude beschädigt worden.
Angriffe rund um NATO-Gipfel “kein Zufall”
Bundesaußenminister Johann Wadephul zeigte sich trotz der anhaltenden Angriffe überzeugt davon, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für Verhandlungen in dem Konflikt sei. “Wir sollten jetzt einen sehr ernsthaften Versuch unternehmen”, sagte er dem Tagesspiegel. Weder der Ukraine-Krieg noch der Iran-Krieg würden “auf dem Schlachtfeld entschieden”, erklärte der Minister weiter.
Die Angriffe Russlands und Irans rund um den NATO-Gipfel seien kein Zufall gewesen und hätten Stärke demonstrieren sollen. Die auf dem auf dem Gipfel beschlossenen Finanzzusagen seien jedoch eine klare Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass die Ukraine den längeren Atem habe und Russland nun verhandeln müsse.