Aus Sicht der Arbeitnehmer liegen einige Feiertage im kommenden Jahr ungünstig – nämlich an den Wochenenden. Linke und Grüne Politiker fordern daher: Die Feiertage müssten nachgeholt werden. Aus der Union gibt es Widerspruch.
Beim Blick in den Kalender 2026 macht sich bei vielen Arbeitnehmern Frust breit: Im kommenden Jahr fallen mehre Feiertage auf ein Wochenende. Deshalb fordern Politiker der Linken und von den Grünen nun Ersatzfeiertage in der Woche.
Für Beschäftigte sei es nicht nur ärgerlich, sondern auch unfair, wenn Feiertage auf das Wochenende fallen, sagte der Grünen-Sozialexperte Timon Dzienus der Rheinischen Post. Wie auch in vielen anderen europäischen Ländern sollten ausgefallene Feiertage daher nachgeholt werden, betonte Dzienus. Von gut erholten Beschäftigten profitierten auch die Arbeitgeber. Ausreichend Feiertage gehörten mit dazu, argumentierte der frühere Bundessprecher der Grünen Jugend.
Verweis auf andere Länder
Auch Linken-Politiker bringen Ersatzfeiertage ins Spiel. “Die Menschen in diesem Land werden um ihre verdiente Freizeit betrogen. Und das darf so nicht stehen bleiben”, sagte der Vorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, dem Tagesspiegel. Für Beschäftigte bedeute das mehr Arbeit und weniger Pause. “Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, dann muss ein Ersatztermin her – unter der Woche, für alle”, sagte van Aken.
Der Fraktionschef der Linken, Sören Pellmann, betonte in der Rheinischen Post, über 85 Länder, darunter Spanien, Großbritannien, Polen oder die USA hätten Regelungen getroffen, damit auf das Wochenende fallende Feiertage ausgeglichen werden. Da dürfe Deutschland nicht zurückstehen.
2026 fallen bundesweit der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember auf einen Samstag. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der Internationale Frauentag am 8. März ein Feiertag, 2026 ist dies ein Sonntag. Auch Allerheiligen am 1. November und der Reformationstag am 31. Oktober liegen an einem Wochenende.
Union: Deutschland kann sich keine “Feiertags-Mentalität” leisten
Aus der Union kommt Widerspruch: “Die Zeche würden der Mittelstand und der Standort Deutschland zahlen”, sagte die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann, dem Tagesspiegel. Ein Feiertag stehe für einen Produktionsausfall von 8,6 Milliarden Euro, rechnete sie vor. Deutschland könne sich keine “Feiertags-Mentalität” leisten, sagte Connemann. Um den Wohlstand zu erhalten, müsse in Deutschland mehr gearbeitet werden.
Connemann stellte vor einigen Wochen auch den Reformationstag als arbeitsfreien Feiertag in neun Bundesländern infrage. Er werde von vielen Menschen kaum noch aktiv wahrgenommen, die Kirchen seien leer.
Auch die Arbeitgeberseite hatte sich in der Vergangenheit gegen ein Nachholen von Feiertagen ausgesprochen und dabei auf die im internationalen Vergleich hohe Zahl von arbeitsfreien Tagen in Deutschland und den oft höheren Urlaubsanspruch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland verwiesen.

