marktbericht
Der DAX wird heute verhalten in den Handel starten. Die anstehende Flut an Unternehmensbilanzen, der Zinsentscheid in den USA sowie der steigende Euro lassen Investoren vorsichtig werden.
Große Sprünge erwarten Investoren zur Wochenmitte nicht an der Frankfurter Börse. Das liegt an einer abwartenden Haltung, weil eine Flut von Unternehmenszahlen veröffentlicht wird und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Abend über den Leitzins in den USA entscheidet. Bis dahin ist Abwarten angesagt.
Am Dienstag war der DAX mit einem moderaten Abschlag von 0,15 Prozent bei 24.894 Punkten aus dem Handel gegangen. Die Stärke des Euro – resultierend aus einer eklatanten Dollar-Schwäche – hatte die Stimmung belastet.
Die Vorgaben aus den USA sind durchwachsen. Der Leitindex Dow Jones gab um 0,8 Prozent auf 49.003 Zähler nach – belastet von Kursverlusten bei Krankenversicherern und Tech-Werten. Der marktbreite S&P 500 erreichte indes mit knapp 6.979 Punkten einen neuen Rekord: ein Plus von 0,4 Prozent. Die Marke von 7.000 Punkten rückt nun in greifbare Nähe. An der Technologie-Börse gewann der Nasdaq 100 1,0 Prozent auf 25.958 Zähler.
Einmal mehr erreicht Gold einen neuen Rekord: Erstmals kostete eine Feinunze mehr als 5.200 Dollar. Allein seit Jahresbeginn legte das Edelmetall mittlerweile 22 Prozent an Wert zu. Ein Kommentar des US-Präsidenten Donald Trump zur schwachen Entwicklung des Dollar hatte erneute Verkäufe bei der Währung ausgelöst: Trump hatte die Entwicklung des Dollar als “hervorragend” bezeichnet. Da Gold überwiegend in der US-Währung gehandelt wird, führen fallende Dollar-Notierungen meist zu Gewinnen am Goldmarkt.
Auch der Silberpreis legte nach den Worten Trumps kräftig zu. Am Mittwochmorgen zog er um weitere drei Prozent auf 115,50 Dollar an. Dies reichte allerdings nicht zu einem weiteren Rekord.
Zur Wochenmitte rücken einmal mehr die USA in den Mittelpunkt des Geschehens: Heute entscheidet die Fed über die Höhe der Zinsen. Voraussichtlich wird das Zinsniveau unverändert bleiben. Ökonomen erwarten ganz überwiegend, dass der Leitzins in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharrt. “Aufgrund der robusten US-Konjunktur und der weiterhin zu hohen Inflation dürfte die Fed die Zinsen vorerst unverändert lassen”, schreibt Berenberg-Volkswirt Felix Schmidt. Im Dezember hatten die Währungshüter den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert.
Im Blick stehen vor allem der anstehende Führungswechsel in der US-Notenbank – der Vertrag von Jerome Powell läuft im Mai aus – und der starke Druck, den US-Präsident Donald Trump ausübt, die Zinsen zu senken. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen den Fed-Chef. Die Auseinandersetzung verunsichert Marktteilnehmer und ist einer der Gründe für die Schwäche des Dollars.
Weitere wichtige Ereignisse sind heute die Quartalszahlen von Meta, Microsoft und Tesla nach Handelsende in den USA. Bei den Tech-Konzernen bleibt die Frage, inwieweit Investoren bereit sind, die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) mitzutragen, während offen ist, wann sich diese Summen auszahlen.
Laut Ipek Ozkardeskaya von der Bankengruppe Swissquote wollen Investoren sehen, dass Geld von Endkunden, Unternehmen und Drittanbietern in das KI-Ökosystem fließt. “Bis die Nachfrage tatsächlich anzieht, könnte ein Teil der Infrastruktur bereits veraltet sein – mit der Folge, dass ein Teil der heutigen Investitionen ins Leere läuft”, warnte die Expertin.
Bei Tesla steht im Blickpunkt, ob das Geschäft mit selbstfahrenden Autos vorankommt. Mit Elektro-Autos dürften das Unternehmen zum Jahresende weniger Gewinn und Umsatz gemacht haben.

