Unerwarteter Gewinnsprung bei der Deutschen Bank: Das Geldhaus hat das Jahr 2025 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Vor Steuern hat die Bank 9,7 Milliarden Euro verdient, so viel wie nie zuvor.
Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn verzeichnet. Das Geldhaus erzielte 2025 einen Gewinn vor Steuern von 9,7 Milliarden Euro, wie es heute mitteilte. Das ist ein Plus von 84 Prozent im Vergleich zu 2024, als Rechtsstreitigkeiten den Gewinn der Deutschen Bank drückten.
2025 stieg der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn auf 6,1 Milliarden Euro – das ist mehr als das doppelte Ergebnis aus 2024. Für die Frankfurter Bank ist es mittlerweile das sechste Jahr mit einem Gewinn in Folge. Zuvor hatte der Umbau des Bankgeschäfts für Verluste gesorgt.
Dividende soll erhöht werden
Mit ihren Zahlen hat die Bank die Markterwartungen deutlich übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Nettogewinn von weniger als sechs Milliarden Euro gerechnet. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen stieg der Aktienkurs schon vorbörslich deutlich an.
Für die Aktionäre soll sich der Erfolg lohnen. Die Bank kündigte an, die Dividende für das abgelaufene Jahr zu erhöhen. Je Aktie soll demnach ein Euro gezahlt werden, nach 68 Cent im Jahr zuvor. Außerdem könnte es Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro geben. Die Genehmigung dazu hat die Bank nach eigenen Angaben von der Finanzaufsicht erhalten.
Bank will europäischer Champion werden
Konzernchef Sewing zeigte sich mit den Zahlen zufrieden. In einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betonte er, man habe nicht nur die ambitionierten Ziele erreicht, sondern seine Bank habe “Maßstäbe gesetzt”. Sewing will sie zu einem europäischen Champion machen. Bisher sind europäische Konkurrenten in der Regel profitabler als die deutschen Großbanken. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern.
Razzien überschatten den Erfolg
Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt sowie Geschäftsräume in Berlin. Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.
“Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen”, schrieb Sewing an die Belegschaft. “Daran ändert auch die gestrige Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt nichts. Natürlich werden wir vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Transaktionen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Aber ansonsten schauen wir konsequent nach vorn.”

