Marktbericht: DAX bröckelt ab | tagesschau.de

Marktbericht: DAX bröckelt ab | tagesschau.de


marktbericht

Stand: 03.02.2026 18:07 Uhr

Während sich die Edelmetallmärkte beruhigt haben, ist die Unruhe an den Aktienmärkten zurück. Der DAX driftete nach starkem Start ins Minus. Mittlerweile stehen wieder Unternehmenszahlen im Fokus.

Nach dem starken Start in den Februar hat der deutsche Aktienmarkt an Schwung verloren. Zu Handelsbeginn übersprang der DAX kurz die Marke von 25.000 Punkten. Daraufhin bröckelten die Kurse wieder ab. Der deutsche Leitindex ging dann 0,1 Prozent tiefer bei 24.781 Punkten aus dem Handel.

Marktteilnehmer erklärten die frühen Kursgewinne vor allem mit der Beruhigung an den Edelmetallmärkten. Der Goldpreis zog wieder deutlich auf mehr als 4.950 Dollar pro Feinunze an.

Auch an der Wall Street erlahmte im Verlauf der Schwung. Nach einem kurzen Sprung auf eine neue Rekordmarke von 49.643 Punkten driftete der Dow Jones bis zum frühen Abend ebenfalls leicht ins Minus.

Wenige Tage nach einem Abkommen mit der Europäischen Union hat sich Indien auch mit den Vereinigten Staaten auf weitreichende Handelserleichterungen geeinigt. Die USA senken die Zölle für Indiens Waren und Güter drastisch. Im Gegenzug erklärte Indien, kein russisches Öl mehr zu kaufen und dafür Lieferungen aus den USA und aus Venezuela vorzuziehen.

Im US-Handel fiel Palantir mit überdurchschnittlichen Gewinnen auf. Der Datenanalyse-Spezialist hat mit seiner Quartalsbilanz und dem zuversichtlichen Ausblick positiv überrascht. Das Unternehmen steht in den USA zunehmend unter Druck, weil es unter anderem der Einwanderungsbehörde ICE ein System zur Ermittlung illegaler Einwanderer geliefert hat. Im laufenden Jahr will der Softwarekonzern um rund 60 Prozent wachsen.

Die Aktie von PayPal stand dagegen unter Druck. Der US-Zahlungsdienstleister tauscht nach einem schwachen Quartal und einem verfehlten Ausblick den Chef aus. An die Stelle von Alex Chriss soll ab März der bisherige HP Inc-Chef Enrique Lores treten. Im vierten Quartal steigerte PayPal den Umsatz um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um drei Prozent auf 1,23 Dollar pro Aktie. Analysten hatten mehr erwartet. Für das neue Jahr geht das Management von einem Rückgang des Gewinns je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Einer der stärksten Titel im DAX war Siemens Energy. Der Energietechnikkonzern investiert eine Milliarde Dollar in den Ausbau seiner US-Produktion für Stromnetz- und Gasturbinenkomponenten. Der Münchener Konzern reagiert damit auf den enormen Energiebedarf für Rechenzentren, die für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) benötigt werden. “Die USA sind derzeit der heißeste Strommarkt der Welt”, sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. “Und ich sehe nicht, dass das aufhört.”

Zu den gefragtesten Aktien im MDAX gehörte Sartorius. Der Labor- und Pharmazulieferer konnte im Jahr 2025 den Gewinn von 84 Millionen auf 155 Millionen Euro steigern und berichtete von einer nachhaltigen Erholung der Geschäfte. Treiber sei vor allem die starke Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien wie beispielsweise Filter, Pipetten und Spritzen gewesen. “Unsere Branche ist zurück auf Kurs, hat ihr langfristiges Wachstumsniveau aber noch nicht vollständig erreicht”, sagte der seit Juli amtierende Sartorius-Chef Michael Grosse.

Dagegen brach die Aktie des Münchner Chipzulieferers Siltronic um mehr als acht Prozent ein. Der Waferhersteller rutschte 2025 in die roten Zahlen und macht sich wenig Hoffnung auf eine durchgreifende Erholung. So sorgt zwar der KI-Boom und die damit verbundene hohe Nachfrage nach schnellen Prozessoren sowie Speicherchips für eine rege Nachfrage nach größeren Silizium-Scheiben, aus denen dann Computer-Chips hergestellt werden. Dem gegenüber steht aber schon länger eine eher träge Nachfrage aus der breiten Industrie, der Autobranche sowie von Smartphone-Herstellern.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *