Seit vergangener Woche befinden sich viele Regionen Südostasiens im Ausnahmezustand. Durch Überschwemmungen verloren Tausende Menschen ihr Zuhause. Fast 1.000 Todesopfer werden beklagt, Hunderte gelten als vermisst.
Nach den Überschwemmungen in Indonesien, Sri Lanka und Thailand dauern die Such-, Rettungs- und Aufräumarbeiten an. Noch immer werden Hunderte Menschen vermisst. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto versprach bei einem Besuch betroffener Gebiete auf der Insel Sumatra den Wiederaufbau der Infrastruktur. Dort wurden durch Hochwasser und Erdrutsche in der vergangenen Woche Tausende Menschen obdachlos. 474 Menschen galten zuletzt noch als vermisst. Durch die Unwetterkatastrophe kamen in allen drei Ländern insgesamt etwa 1.000 Menschen ums Leben.
In Indonesien gab es laut Behördenangaben mindestens 469 Tote, in Sri Lanka starben 334 Menschen, in Thailand sollen es 170 gewesen sein. Das beziffert jeweils die Nachrichtenagentur AP. Einige Gegenden in Indonesien waren auch am Montag noch nicht zu erreichen, weil durch das Unwetter Straßen beschädigt und Kommunikationsverbindungen gekappt wurden.
Bewohnerinnen und Bewohner betroffener Gegenden waren darauf angewiesen, dass sie Hilfsgüter per Flugzeug geliefert bekommen. Laut Katastrophenschutzbehörde wurden in den Provinzen Nordsumatra, Westsumatra und Aceh insgesamt 290.700 Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben, hieß es.
Notversorgung in Pandan auf Sumatra. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto macht sich ein Bild.
Fast vier Millionen Menschen in Thailand betroffen
“Wir müssen den Klimawandel effektiv angehen”, sagte der indonesische Präsident nach einem Treffen mit Überlebenden. “Lokalregierungen müssen eine bedeutende Rolle dabei übernehmen, die Umwelt zu schützen und sich auf die Extremwetterbedingungen vorzubereiten, die durch den künftigen Klimawandel entstehen werden.”
In Sri Lanka suchten Rettungskräfte laut Behördenangaben noch immer nach 370 Vermissten. Knapp 148.000 Menschen waren den Angaben nach in Notunterkünften untergebracht.
Die Regenfälle der vergangenen Woche hatten Häuser, Felder und Straßen überflutet und Erdrutsche ausgelöst. In Thailand waren nach Behördenangaben von schweren Überschwemmungen in zwölf südlichen Provinzen 3,8 Millionen Menschen betroffen.
Sumatra teils von Kommunikation abgeschnitten
Auch auf der indonesischen Insel Sumatra gingen die Rettungsarbeiten weiter, schildert ARD-Korrespondentin Christiane Justus. Nach den verheerenden Überschwemmungen warteten viele Menschen noch auf Hilfe. Sie benötigten Trinkwasser, Lebensmittel und auch Handys zur Kommunikation. In vielen Ortschaften sei die Stromversorgung zusammengebrochen. Internet- und Mobilfunkzugang funktionierten nicht. Das erschwere die Koordinierung der Rettungsarbeiten und verunsichere die Menschen zusätzlich.
In Notunterkünften versorgten Freiwillige die Überlebenden, verteilten trockene Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel. Viele Menschen hätten auch hier alles verloren. Häuser wurden zerstört, Schlammlawinen rollten durch Dörfer. Zahlreiche Straßen und Brücken seien nicht mehr passierbar. Einige der am stärksten betroffenen Gebiete in der Region Aceh seien noch immer nur per Hubschrauber erreichbar.
Mit Informationen von Christiane Justus, ARD-Studio Singapur

