Der neue chilenische Präsident Kast will seine Agenda gegen Migration offenbar schnell umsetzen: An den Grenzen zu Peru und Bolivien sollen neue Befestigungen entstehen. Kast war erst vergangene Woche vereidigt worden.
Chile hat mit dem Bau neuer Grenzbefestigungen an seinen nördlichen Grenzen zu Peru und Bolivien begonnen. Dabei handelt es sich um ein zentrales Vorhaben des neuen Präsidenten José Antonio Kast, der erst vergangene Woche als neuer chilenischer Präsident vereidigt worden war. Kast hat seiner Regierung eine Frist von 90 Tagen für die Errichtung des “Grenzschildes” gesetzt. Er will damit “illegale Migration” stoppen.
Bislang ist unklar, wie die neuen Grenzbefestigungen aussehen sollen. Bei der Grundsteinlegung an dem Grenzübergang Chacalluta hob ein Bagger einen Graben aus. Für das dortige Gebiet und Teile der Grenze zu Bolivien sind drei Meter tiefe Gräben geplant. Dem chilenischen Innenminister Claudio Alvarado zufolge sollen sich physische Barrieren über 500 Kilometer im Norden des südamerikanischen Landes erstrecken. Die mit Abstand längste Grenze hat Chile mit Argentinien.
Kast bewundert Chiles Diktator Pinochet
Kasts Plan sieht zudem die Entsendung zusätzlicher Streitkräfte an die Grenzen vor. Im Wahlkampf hatte er damit geworben, Kriminalität zu bekämpfen, Migranten ohne gültige Papiere abzuschieben und die Wirtschaft anzukurbeln. Er lehnt Abtreibung, Scheidung und gleichgeschlechtliche Ehen ab. Zudem hat er aus seiner Bewunderung für Chiles langjährigen Militärdiktator Augusto Pinochet nie einen Hehl gemacht.
In Anlehnung an den politischen Kurs seines Verbündeten, US-Präsident Donald Trump, nutzte Kast in den ersten Tagen seiner Amtszeit Notstandsbefugnisse, um ein halbes Dutzend Dekrete zu erlassen, mit der die Grenzsicherheit gestärkt und Ausländer abgeschoben werden sollen, die illegal ins Land eingereist waren. Es wird davon ausgegangen, dass derzeit mehr als 300.000 Menschen ohne gültige Papiere im Land leben, darunter viele Venezolaner.
Kast ist deutscher Abstammung. Sein Vater, Michael Kast Schindele, war Offizier der deutschen Wehrmacht. Bei der Wahl im Dezember konnte Kast rund 58 Prozent der Stimmen für sich gewinnen.

