Mieten für Studierende bleiben auf Rekordhoch

Mieten für Studierende bleiben auf Rekordhoch

Stand: 23.03.2026 • 11:32 Uhr

Die Wohnkosten für Studierende in Deutschland steigen weiter – auf durchschnittlich 520 Euro pro Monat. Die Preissteigerung liegt sogar über der allgemeinen Teuerungsrate.

Knapper Wohnraum und hohe Mieten machen Studentinnen und Studenten in Deutschland weiter zu schaffen – ihre durchschnittlichen Wohnkosten eilen von Rekord zu Rekord. Zu Beginn des aktuellen Sommersemesters lagen ihre Mieten durchschnittlich bei 512 Euro monatlich für ein WG-Zimmer, wie aktuelle Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zeigen. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Plus von knapp vier Prozent.

In die Analyse wurden alle 89 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studentinnen und Studenten einbezogen. Bereits zum Beginn des Wintersemesters waren die Mieten für Studierende gestiegen und hatten erstmals die Marke von 500 Euro monatlich überschritten.

Wohnkosten steigen schneller als allgemeine Preise

Die Dynamik der Mietsteigerungen hat nach Feststellung des Instituts zwar etwas nachgelassen, “die Preise verharren jedoch auf einem sehr hohen Niveau und steigen stärker als die allgemeine Teuerung”, hieß es. “Wenn die Wohnkosten dauerhaft stärker steigen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, verschiebt sich die Belastung immer stärker zulasten derjenigen mit geringeren Budgets”, so Projektleiter Stefan Brauckmann.

Zugleich verändere sich die Struktur des Marktes: Zwar würden sich die Durchschnittswerte vor allem in den Metropolen stabilisieren. Brauckmann betont aber, dass die Stabilisierung trügerisch sei: “Vor allem im unteren Preissegment wird der Spielraum kleiner. Das betrifft nicht nur Studierende, sondern auch Auszubildende und andere Menschen mit begrenztem Wohnkostenbudget.”

WG-Suche wird zum Wettlauf

Annegret Mülbaier von WG-Gesucht.de, das als Kooperationspartner die Erhebung unterstützt, berichtete: “Wir sehen auf unserer Plattform, dass sich die Nachfrage auf die noch vergleichsweise günstigen WG-Zimmer extrem bündelt.” Viele dieser Angebote seien oft schon am selben Tag vergeben: “Für Studierende wird die Wohnungssuche damit immer mehr zum Wettlauf, bei dem oft nur diejenigen zum Zug kommen, die schnell reagieren und sich direkt bewerben.”

Der MLP Studentenwohnreport 2025, der in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft erstellt wurde, war im Oktober vergangenen Jahres zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen. Die Forschenden betonten damals: “Fehlender Wohnraum entwickelt sich damit zunehmend zu einem Problem für die Attraktivität des Hochschul- und Wirtschaftsstandorts Deutschland.” Denn vor allem für internationale Studierende sei die Wohnsituation in Deutschland herausfordernd: Ohne Ortskenntnisse und Zugang zu lokalen Netzwerken sei die Suche nach einer Bleibe schwierig.

Regionale Unterschiede und Ost-West-Gefälle

Die aktuelle Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zeigen vor allem regionale Unterscheide: Während Studierende den Angaben zufolge in Bayern (605 Euro), Hamburg (650 Euro) und Berlin (650 Euro) am meisten zahlen, liegen die Durchschnittskosten in Sachsen-Anhalt (358 Euro) und Sachsen (372 Euro) viel tiefer.

Im Ländervergleich ergibt sich laut dem Institut ein West-Ost-Gefälle, das sich allerdings langsam abschwächt. Auch in ostdeutschen Hochschulstädten seien die Mieten zuletzt gestiegen, wenn auch von niedrigerem Niveau aus.

Unter den größten Hochschulstädten bleibt die bayerische Metropole München mit durchschnittlich 800 Euro monatlicher Miete Spitzenreiter. Danach folgen Berlin, Hamburg und Köln (620 Euro).

BAföG müsse ausgeweitet werden

Stefan Brauckmann vom Moses Mendelssohn Institut fordert angesichts der aktuell hohen Preise, die staatliche Ausbildungsunterstützung BAföG zu erhöhen. “Die BAföG-Wohnkostenpauschale liegt aktuell bei 380 Euro und wurde bislang nicht angepasst. Bereits heute zeigt sich, dass diese in weiten Teilen des Marktes nicht mehr ausreicht”, so das Institut. Danach sind 83,4 Prozent der Studierenden in Städten eingeschrieben, in denen der Durchschnitt über der BAföG-Wohnkostenpauschale liegt.

“Selbst bei einer möglichen Anhebung auf 440 Euro würde sich die Situation nur teilweise entspannen”, betonen die Forschenden. “Ein erheblicher Teil der Studierenden wäre weiterhin von Wohnkosten oberhalb der Pauschale betroffen. Die Problematik beschränkt sich dabei also nicht nur auf BAföG-Empfänger.”

Gleichzeitig sei eine Ausweitung des Angebots an budgetorientierten Wohnungen und Wohnheimplätzen erforderlich. “Am Ende entscheidet das verfügbare Angebot darüber, ob sich die Lage entspannt oder der Druck weiter zunimmt”, so Brauckmann.

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