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Nach den schweren Niederlagen der FDP bei den Landtagswahlen sind Parteichef Dürr und der gesamte Vorstand laut Medienberichten zurückgetreten. Beim Bundesparteitag im Mai soll die Parteispitze demnach komplett neu gewählt werden.
Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen tritt die gesamte Parteiführung um den Vorsitzenden Christian Dürr zurück, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Präsidium und Bundesvorstand sollen nach Angaben aus der FDP beim Parteitag Ende Mai neu gewählt werden – ein Jahr früher als eigentlich vorgesehen. Das beschloss der Bundesvorstand bei seiner Sitzung in Berlin, wie auch gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigt wurde.
Offen blieb bislang, ob Dürr bei der Wahl erneut antritt. Er erwäge eine abermalige Kandidatur, um sich eine neue Legitimation für seinen Kurs zu besorgen, hieß es aus seinem Umfeld gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
FDP fliegt aus zwei Parlamenten
Die FDP war am Sonntag bei der Wahl in Rheinland-Pfalz mit 2,1 Prozent und zwei Wochen zuvor in Baden-Württemberg mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. In beiden Ländern flogen die Liberalen damit aus dem Landtag.
In Rheinland-Pfalz gehörten sie bisher sogar der Ampel-Landesregierung an. Baden-Württemberg sieht die FDP als ihr Stammland an. Dort war sie seit 1949 kontinuierlich im Landesparlament vertreten gewesen.
Erst knapp ein Jahr Parteichef
Der aus Niedersachsen kommende Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Bundespartei gewählt worden. Er folgte Christian Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernahm und sich aus der Politik zurückzog.
Der 48 Jahre alte Dürr hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Er trat 1996 in die FDP ein und zog 2017 in den Bundestag ein, wo er ab 2021 an der Spitze der Fraktion stand.
Dürr suchte sich die Unternehmerin Nicole Büttner als Generalsekretärin aus, die dann im vergangenen Mai vom Bundesparteitag gewählt wurde. Büttner ist seit 2005 Mitglied der FDP, war zuvor aber nicht in der Bundespolitik aktiv. Sie ist Geschäftsführerin des Berliner KI-Unternehmens Merantix Momentum. Kritiker werfen Parteiführung Orientierungslosigkeit vor.

