Lange wurde in Österreich über ein Social-Media-Verbot nach dem Vorbild Australiens diskutiert. Nun hat die Regierung beschlossen: Die Nutzung von Social Media für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren wird eingeschränkt.
In Österreich sollen künftig erst Jugendliche ab 14 Jahren soziale Medien nutzen können. Die Regierung kündigte ein entsprechendes Verbot für jüngere Kinder an. “Wir schauen nicht mehr dabei zu, wie diese Plattformen unsere Kinder süchtig und oftmals auch krank machen”, sagte Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler von der sozialdemokratischen SPÖ.
Die Regierung unterstütze zwar weiterhin das Ziel einer EU-weiten Regelung, doch das könne noch einige Zeit brauchen, sagte Babler und erklärte so, warum Österreich ein eigenes Social-Media-Verbot auf den Weg bringt.
Keine Verbotsliste für Plattformen geplant
Allerdings plant die Koalition von konservativer ÖVP, SPÖ und den liberalen NEOS plant keine Verbotsliste für bestimme Plattformen und Apps. Stattdessen soll die Altersbeschränkung allgemein für Plattformen mit bestimmten Eigenschaften gelten, wie der Vizekanzler ankündigte. Dazu zählen etwa Algorithmen, die süchtig machen oder die Online-Nutzungsdauer erhöhen, oder Anwendungen, die Kinder sexualisierter Gewalt aussetzen.
Für die Umsetzung des Social-Media-Verbots soll eine zweistufige Online-Alterskontrolle eingeführt werden, bei der keine persönlichen Daten weitergegeben werden. Die Regierung will einen Gesetzesentwurf für die geplanten Maßnahmen bis Ende Juni ausarbeiten.
Australien hatte im Dezember ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Dies hatte auch in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern eine Debatte über solche Verbote angestoßen.

