Was sich mit Wärmepumpen an Heizkosten einsparen lässt

Was sich mit Wärmepumpen an Heizkosten einsparen lässt

Stand: 29.03.2026 • 08:18 Uhr

Wärmepumpen werden immer beliebter. Trotzdem halten sich Zweifel: Funktionieren sie auch im Altbau? Reichen normale Heizkörper? Welche Erfahrungen Hausbesitzer mit ihren neuen Geräten machen. Von Jennifer Sieglar.

Wärmepumpen werden immer beliebter. Trotzdem halten sich Zweifel: Funktionieren sie auch im Altbau? Reichen normale Heizkörper? Welche Erfahrungen Hausbesitzer mit ihren neuen Geräten machen.

Wolfgang Ehrling aus Dautphetal-Buchenau hat seine alte Nachtspeicherheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. Die alten Fenster in seinem Haus Baujahr 1930 hat er behalten, aber eine Fußbodenheizung eingebaut. Den Stromverbrauch der neuen Heizung verfolgt er genau – anfangs sogar mit Excel-Listen, mittlerweile nur noch über eine App.

Nach den ersten Wintermonaten mit Wärmepumpe zeigt sich: Der Energiebedarf ist deutlich gesunken. Im Vorjahr lag er im Januar noch bei rund 1.200 Kilowattstunden, dieses Jahr waren es etwa 540 Kilowattstunden. Auch im Februar blieb der Verbrauch deutlich niedriger.

Neben den Stromkosten spart Ehrling noch etwas anderes: Arbeit. Früher verbrannte er zusätzlich jeden Winter selbst geschlagenes Holz. Heute braucht er für seinen Holzofen nur noch etwa die Hälfte.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit Heizkörpern?

Ein häufiges Vorurteil lautet, Wärmepumpen seien nur im Neubau oder mit Fußbodenheizung sinnvoll. Fachleute widersprechen dem. Und auch Nachfragen bei neuen Wärmepumpenbesitzern zeigen etwas anderes.

Familie Mokrow aus Heuchelheim hat in ihr Haus aus den 1960er-Jahren im Sommer 2025 eine Wärmepumpe eingebaut. Sowohl die alten, zweifach verglasten großen Fensterfronten blieben drin, als auch die alten Heizkörper. Trotz der teils eisigen Temperaturen in diesem Winter lief die Heizung stabil. Die Mokrows berichten der ARD-Klimaredaktion, dass es sogar wärmer als vorher mit der Gasheizung sei. Auch Studien zeigen: Wärmepumpen können in vielen Bestandsgebäuden effizient arbeiten. Entscheidend sind unter anderem Größe der Heizkörper, die Vorlauftemperaturen und der energetische Zustand des Hauses.

Heizkosten können sinken – trotz höherem Strompreis

Wie stark sich eine Wärmepumpe rechnet, hängt vom Gebäude und vom bisherigen Heizsystem ab. Bei Familie Mokrow sank der jährliche Energieverbrauch von rund 32.000 Kilowattstunden Gas auf etwa 9.000 Kilowattstunden Strom.

Bei angenommenen Durchschnittspreisen von zehn Cent pro Kilowattstunde Gas und 27 Cent Wärmepumpenstrom ergeben sich jährliche Kosten von rund 3.200 Euro zuvor und etwa 2.430 Euro nach dem Umstieg. Allerdings steht diesen Einsparungen zunächst der hohe Anschaffungspreis der Wärmepumpe gegenüber.

Warum Wärmepumpen in Deutschland teurer sind

Im europäischen Vergleich kosten Wärmepumpen hierzulande häufig mehr als in anderen Ländern. Das liegt nach Einschätzung von Energieexpertin Sibylle Braungardt vom Öko-Institut an mehreren Faktoren.

Zum einen spielten allgemeine Rahmenbedingungen eine Rolle, etwa Mehrwertsteuer und Lohnniveau. Auch würden in Deutschland häufig besonders hochwertige Geräte installiert. Zusätzlich verteuerten aufwendigere Installationen – etwa Elektroanschlüsse oder Fundamente – den Einbau.

Hinzu komme der Gebäudebestand: Viele Häuser seien alt und sehr unterschiedlich gebaut. Das mache Planung und Installation komplexer.

Ein weiterer Faktor sei die Förderung. Weil sie prozentual ausgestaltet ist, könne sie indirekt höhere Preise begünstigen. In anderen Ländern werde ein fester Zuschuss pro Anlage gezahlt.

Förderung soll Planungssicherheit schaffen

In Deutschland liegen die Förderungen für Privathaushalte zwischen 30 und maximal 70 Prozent der Investitionskosten. Dies kann sich allerdings noch ändern, wenn das neue Gebäudemodernisierungsgesetz am 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Klar ist zwar, dass die Förderung bis 2029 sichergestellt ist. Wie hoch sie ausfällt und wer sie bekommt, ist aber noch unklar.

Viele Heizungsbauer sehen das kritisch, da es in den vergangenen Jahren eine große Verunsicherung bei Handwerkern und Verbrauchern gegeben habe, die sich nun langsam auflöse. Installationsbetriebe und Wärmepumpenhersteller wünschen sich endlich langfristig Planungssicherheit.

Warum Gas zum Kostenrisiko werden kann

Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, hängt auch davon ab, wie sich fossile Energiepreise entwickeln. Fachleute sehen mehrere Faktoren, die langfristig steigende Kosten erwarten lassen.

Ein wichtiger Treiber ist der CO2-Preis. Seit 2021 verteuert er schrittweise das Heizen mit Gas und Öl. In den kommenden Jahren soll er weiter steigen. Zusätzlich plant die EU ein eigenes Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr. Dadurch könnten fossile Heizsysteme deutlich teurer werden.

Hinzu kommen geopolitische Risiken. Konflikte in wichtigen Förderregionen können die Gaspreise kurzfristig stark beeinflussen – wie gerade der US-Krieg gegen den Iran.

Vor diesem Hintergrund warnen Fachleute davor, Gasheizungen allein auf Basis aktueller Preise zu bewerten. Steigende CO2-Kosten und internationale Krisen könnten fossiles Heizen langfristig verteuern.

Welche Rolle Wärmepumpen künftig spielen könnten

Fachleute erwarten deshalb, dass sich das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreisen künftig weiter zugunsten der Wärmepumpe verschieben wird.

Gleichzeitig gilt die Technik bereits heute als zentraler Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung – neben anderen Lösungen wie Fernwärme. Wie schnell sie sich durchsetzt, hängt jedoch nicht nur von den Geräten selbst ab, sondern auch von verlässlichen Förderungen, dem Ausbau der Stromnetze und der weiteren Entwicklung der Energiepreise,

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