marktbericht
Die Aktienmärkte bleiben im Bann des Iran-Krieges. Mit iranischen Angriffen auf wichtige Aluminiumproduzenten ist nun auch das Leichtmetall in den Fokus gerückt.
Die Börse bleibt von einem Thema beherrscht: Auch in der neuen Woche bestimmt der Iran-Krieg das Geschehen. Am frühen Nachmittag notiert der DAX 0,2 Prozent im Plus bei 22.341 Punkten. Auf seiner Plattform “Truth Social” hat US-Präsident Donald Trump wieder von “Fortschritten” in den Verhandlungen und einer möglichen Einigung mit dem Iran geschrieben, ohne Details zu nennen.
“Der Krieg im Nahen Osten weist weiter sehr widersprüchliche Signale auf”, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. “Zwar haben die USA das Ultimatum an den Iran bis Ostermontag verlängert, doch die militärischen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Drohungen gehen weiter.” Das lasse viel Raum für Spekulationen und Unsicherheiten.
Es drohten Lieferausfälle
Die Folgen des Krieges für die Versorgung mit Öl und Gas sind hinlänglich bekannt. Heute fällt ein Schlaglicht auf einen weiteren Rohstoff: Der Iran hat am Wochenende Aluminiumhütten am Persischen Golf attackiert.
Die beiden Großproduzenten Bahrain Aluminium und Emirates Global Aluminium teilten daraufhin mit, ihre Anlagen seien bei den Angriffen mit Drohnen und Raketen erheblich beschädigt worden. Laut den Experten von ING Economics könnte das zu Lieferausfällen führen, die selbst bei einer Entspannung der geopolitischen Lage fortbestehen könnten. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Angriffe seien eine Vergeltung für US-israelische Angriffe auf die Infrastruktur im Iran.
Das treibt die Preise für das Leichtmetall nach oben. An der Londoner Metallbörse LME verteuert sich Aluminium bis zum frühen Nachmittag um über vier Prozent auf 3.423 Dollar pro Tonne.
Versorgungslage angespannt
Schon zuvor war die Versorgungslage angespannt, weil auch das Leichtmetall, aber auch wichtige Vorprodukte für die Hütten durch die Straße von Hormus verschifft werden. Das hat bereits zu Engpässen und Produktionskürzungen bei einigen Hütten geführt.
Die Region um den Persischen Golf steht für etwa neun Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion. Bereits heute gelten die weltweiten Lagerbestände als gering, womit der Markt kaum Puffer gegen Angebotsschocks hat. Seit Kriegsbeginn ist Aluminium über neun Prozent teurer geworden.
Wichtig für die Luftfahrtindustrie
Das belastet die industriellen Abnehmer auf der Kostenseite. Das Aluminium aus dem Golf wird in der globalen Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt, auch von Airbus und Boeing.
Insgesamt wächst der weltweite Aluminiummarkt stetig um schätzungsweise sechs Prozent jährlich. Dazu trägt auch die Energiewende in der Autoindustrie und der Ausbau von Rechenzentren bei. Größer Produzent und Verbraucher des silbrigen Leichtmetalls ist China.

