Iran-Krieg sorgt für schlechte Monats-Bilanzen

Iran-Krieg sorgt für schlechte Monats-Bilanzen


marktbericht

Stand: 31.03.2026 • 08:19 Uhr

Der Monat März wird an den Finanzmärkten wegen des Iran-Kriegs in die Geschichte eingehen. Das Hin und Her der Nachrichten sorgt für eine hohe Volatilität.

Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis im ablaufenden Monat auf ein Rekordhoch getrieben ‌und die Aktienmärkte ​weltweit auf Talfahrt geschickt. Auch nach mehr als vier Wochen Krieg bestimmt der Ölpreis das Auf und Ab an den Finanzmärkten. Getrieben werden beide von den Schlagzeilen rund um den Krieg gegen den Iran.

Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent verzeichnet durch die Sperrung der Straße von Hormus sogar den höchsten monatlichen Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen getrieben worden. Im Monatsverlauf stieg der Preis je Barrel (eine Tonne) um rund 59 Prozent an. Anleger fürchten deshalb eine höhere Inflation und ein langsameres Wirtschaftswachstum – oder sogar eine Rezession.

Besonders schwierig gestaltet sich die Auswertung der Nachrichten zum Krieg aus Washington. US-Präsident Donald Trump sorgt immer wieder für widersprüchliche Informationen. Die Drohung mit massiven Angriffen auf Irans Infrastruktur sorgte etwa gestern für eine Kurswende an den US-Börsen.

Zuvor war die Wall Street mit Kursaufschlägen gestartet, nachdem Trump von “guten Gesprächen” mit dem Iran gesprochen hatte. Die Stimmung drehte sich nach den Drohungen. Während der Dow Jones nur noch ein kleines Plus erreichte, drehten die Technologiebörse Nasdaq und der breiter gefasste S&P 500 sogar ins Minus.

Aktien der Technologie-Branche reagieren besonders sensibel auf konjunkturelle Sorgen. Im Dow Jones können dagegen Papiere wie die des Aluminiumherstellers Alcoa die Kurse stützen. Der Krieg sorgt weltweit für steigende Preise des Wertstoffs. Das könnte Alcoa zu steigenden Gewinnen verhelfen.

Besonders abhängig vom Öl aus den Nahen Osten ist Asien – hier geraten die Börsen durch steigende Ölpreise schnell unter Druck. Nach dem Verlusten zu Beginn der Woche regiert an der Börse in Tokio weiter die Vorsicht. Für Unruhe sorgt etwa eine Meldung, wonach sich der US-Präsident auch mit einer längeren Schließung der Straße von Hormus arrangieren könnte.

Für den Nikkei-Index ging es deshalb den zweiten Tag in Folge deutlich nach unten. Auch die Börsen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Shanghai verbuchen Verluste. China ist auf die hohen Ölpreise dank großer Reserven zwar besser vorbereitet, leidet aber als Exportnation, wenn die Weltwirtschaft schwächelt.

Für den deutschen Aktienmarkt könnte es heute erneut für Gewinne reichen. Broker und Handelshäuser gehen von einem höheren Start zu Handelsbeginn aus. Der DAX würde damit den zweiten Gewinntag in dieser Woche einfahren – und sich weiter von den Verlusten in den USA und Asien abkoppeln.

Besondere Aufmerksamkeit erhält der Rüstungskonzern Rheinmetall. Wie das Magazin Stern berichtet, verzögert sich die Lieferung für das neue Flugabwehrsystem “Skyranger” der Bundeswehr. Unter Berufung auf Bundeswehr- und Parlamentskreise hieß es, die ersten neuen Flugabwehrkanonenpanzer sollten rund 16 Monate später abgegeben werden als geplant.

Das Flugabwehrsystem soll die ausgemusterten Panzer vom Typ “Gepard” ersetzen, die derzeit in der Ukraine erfolgreich zur Abwehr von Drohnen eingesetzt werden. Auf Anfrage des Stern räumte Rheinmetall demnach ein, dass es eine Verzögerung von rund 5 Monaten gebe.

Die verspätete Auslieferung würde in jedem Fall wohl zu einer Vertragsstrafe führen, wie der Stern schreibt. Diese sei aber auf 25 Millionen Euro begrenzt, das gehe aus Unterlagen hervor, die dem Magazin vorliegen. Rheinmetall selbst wollte sich zu einer möglichen Vertragsstrafe nicht äußern.

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