Eiffelturm bekommt vorübergehend eine Hängebrücke

Eiffelturm bekommt vorübergehend eine Hängebrücke

Stand: 31.03.2026 • 13:26 Uhr

Am Pariser Wahrzeichen fasziniert eine neue Hängebrücke zwischen zwei Pfeilern Touristen und Einheimische gleichermaßen. Wer Lust auf das Abenteuer hat, sollte allerdings schwindelfrei sein.

Von Lucie Claudon, ARD-Studio Paris

Ein kalter Wind pfeift durch die alten Stahlträger des ersten Stockwerks des Eiffelturms. Eine lange Schlange von Touristen steht vor einer Holztreppe, die zur neuen Attraktion führt: einer Hängebrücke, die in 60 Metern Höhe zwischen den zwei Seiten der Besucherplattform aufgespannt ist.

Der 18-jährige Max aus Kanada ist gerade über das schwingende Sicherheitsnetz gelaufen und noch ganz aufgeregt: “Es war richtig cool, weil man runtergucken konnte – aber dass sich die Brücke dabei bewegt hat, das hat mir ziemlich Angst gemacht.”

Der Eiffelturm – das wohl bekannteste Wahrzeichen von Paris ist bereits jetzt eine der am meisten besuchten Attraktionen in Frankreichs Hauptstadt. Allein im vergangenen Jahr zog es zehn Millionen Menschen dort hin.

40 Meter langes Netz aus Sicherheitsseilen

“Le Vertige de la Tour” ist der offizielle französische Titel der neuen Attraktion – auf Deutsch: der Schwindel des Turms. Denn wer über die Hängebrücke gehen will, sollte schwindelfrei sein. 40 Meter ist das Netz aus Sicherheitsseilen lang.

Wenn man in der Mitte ist, schwingt die Hängebrücke hin und her. Unter einem: das große Nichts. Die Verantwortlichen des Eiffelturms kennen sich schon gut aus mit dieser Installation. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Hängebrücke erstmals getestet und jetzt wieder eröffnet.

Patrick Branco-Ruivo ist Direktor des Eiffelturms. Er erklärt die Idee dahinter so: “Das ist schon die zweite Ausgabe. Wir wollten in der Nebensaison ein bisschen Abwechslung schaffen – und es kommen echt viele Leute. Bei dem strahlend blauen Himmel macht es heute besonders Spaß. Als Direktor des Eiffelturms will ich vor allem Emotionen wecken.”

Diese Besucherin traut sich, über die temporäre Hängebrücke zu gehen – für ganz neue Aussichten am Eiffelturm.

Ein neuer Touristenmagnet

Die Eiffelturm-Gesellschaft erhofft sich mit der Hängebrücke, dass mehr Pariser und Pariserinnen das Wahrzeichen der eigenen Stadt besuchen. Viel Französisch ist aber nicht zu hören.

Fast alle sind Touristen, die Englisch sprechen und richtig begeistert sind, so wie die 14-Jährige Jenny. Strahlend kommt sie gerade am Ende der Hängebrücke an: “Mir hat es gefallen. Es war cool. Von hier aus sieht es beängstigend aus, aber wenn man erst einmal auf der Brücke steht, ist es gar nicht so schlimm und macht sogar irgendwie Spaß.”

“Ich finde, es eine tolle Idee, dass man auf dem Eiffelturm etwas unternehmen und mitten durch das Wahrzeichen spazieren kann”, sagt Fahra, die aus Dänemark nach Paris gereist ist. “Das ist wirklich fantastisch. Ich werde das auf jeden Fall noch einmal machen, wenn ich das nächste Mal nach Paris komme.”

Besucher auf der temporären Hängebrücke am Eiffelturm, die zwischen zwei Pfählen gespannt ist.

Sicherheitsmaßnahmen sind groß

Zwei dicke Netzschichten mit insgesamt rund 25.000 Maschen umhüllen die Besucher auf der Hängebrücke wie in einem langgezogenen Laufkorb. Herunterfallen kann niemand. Noch dazu gibt es ein weiteres Schutznetz darüber gegen herabfallende Gegenstände aus den beiden oberen Etagen des Eiffelturms.

Trotzdem wird sich Abduhlah aus Indien an diesem Tag nicht auf die Brücke trauen. Er habe zuviel Höhenangst – und möge auch keine Hängebrücken.

Aktion läuft noch bis Anfang Mai

Die Hängebrücke am Eiffelturm sorgt auf jeden Fall für starke Gefühle und Nervenkitzel. Ob bei Besuchern oder Einheimischen. Wer es wagen will, muss sich beeilen: “Le Vertige de la Tour” läuft nur noch bis zum 3. Mai. Der Gang über die Hängebrücke ist in der Eintrittskarte für den Eiffelturm gratis mit dabei.

Der Eiffelturm

Das Projekt eines 300 Meter hohen Turms entstand anlässlich der Vorbereitungen für die Weltausstellung von 1889. Anlässlich der Weltausstellung, die den 100. Jahrestag der Französischen Revolution markierte, wurde im Amtsblatt ein großer Wettbewerb ausgeschrieben, heißt es von der Gesellschaft, die den Eiffelturm unterhält. 

Aus 107 Projekten wurde das Projekt von Gustave Eiffel, Unternehmer, Maurice Koechlin und Emile Nouguier, Ingenieure, sowie Stephen Sauvestre, Architekt, ausgewählt.

Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Januar 1887. Am 31. März 1889 wurde der Turm in Rekordzeit – zwei Jahre, zwei Monate und fünf Tage – fertiggestellt und galt als echte technische Meisterleistung seiner Zeit.

Mehr als 18.000 Stahlteile und mehr als 2,5 Millionen Nieten halten die Struktur des Turmes, der aus 7.300 Tonnen Eisen gefertigt wurde. Für den Anstrich des Eiffelturms wurden 60 Tonnen Farbe benötigt.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *