Mehrere Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben die tödlichen Angriffe auf UN-Soldaten im Libanon verurteilt. Wer den Tod der drei Indonesier zu verantworten hat, ist bisher unklar.
In einer von Frankreich anberaumten Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats, haben mehrere Mitgliedsländer die tödlichen Zwischenfälle mit Blauhelmsoldaten im Libanon verurteilt. Unter anderem Frankreich, Großbritannien, China und Russland missbilligten während einer Sitzung in New York die Vorfälle, bei denen drei indonesische UN-Soldaten durch Explosionen getötet worden waren. Die Vereinten Nationen haben Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe zu den Explosionen herauszufinden.
Ersten Erkenntnissen zufolge starben zwei der Soldaten am Montag bei der Explosion einer am Straßenrand platzierten Bombe, die ihren Konvoi traf, teilte der Chef der UN-Friedenstruppen, Jean-Pierre Lacroix, mit. Ein weiterer indonesischer Soldat war in der Nacht zum Montag getötet worden, als ein Geschoss in der Nähe einer Stellung der UN-Truppe UNIFIL explodierte.
Indonesiens Regierung mahnte die Einhaltung des humanitären Völkerrechts an. Die Sicherheit der Friedenstruppen müsse “oberste Priorität” haben, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Jakarta, Rico Ricardo Sirait. “Alle Konfliktparteien werden dringend aufgefordert, das humanitäre Völkerrecht zu achten und die Sicherheit des Personals zur Friedenssicherung zu gewährleisten.” Ob die israelische Armee oder die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz dafür verantwortlich sind, ist noch unklar.
Die drei UN-Blauhelmsoldaten starben im Süden des Libanon.
Vermehrt Zwischenfälle mit israelischer Armee
“Dies sind leider nicht die einzigen gefährlichen Vorfälle, denen die mutigen UN-Friedenssoldaten ausgesetzt waren”, sagte Lacroix in seiner Pressekonferenz. “Es gab einen besorgniserregenden Anstieg von Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und aggressivem Verhalten.”
Er beschrieb mehrere Zwischenfälle in der vergangenen Woche, bei denen die israelischen Streitkräfte Warnschüsse auf eine UNIFIL-Patrouille abgegeben hätten. Tage später sei eine andere Patrouille von einer Gruppe von etwa 20 Personen, die die Straße blockierten, mit schweren Waffen angegriffen worden.
Ursachen noch nicht vollständig aufgeklärt
Lacroix erklärte, die Ermittlungen zu den Angriffen dauerten an. Es sei unklar, welche Seite für den Tod der drei indonesischen Soldaten verantwortlich sei.
In der Sondersitzung äußerten zudem Italien und Frankreich ihre Besorgnis über die Angriffe auf UN-Mitarbeiter, die Türkei verurteilte die Attacken. UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die Tötungen und sprach von möglichen Kriegsverbrechen. Israel machte die Hisbollah-Miliz für die Angriffe verantwortlich.
UNIFIL ist seit Jahrzehnten im Süden des Libanon im Einsatz. An der Mission sind auch rund 200 Bundeswehrsoldaten beteiligt, welche die libanesische Seegrenze überwachen und libanesische Marinesoldaten ausbilden. Zehn europäische Länder und die EU riefen alle Parteien im Konfliktgebiet auf, die “Sicherheit und Unversehrtheit” der Friedensmission zu gewährleisten.

