Über der von Moskau annektierten Halbinsel Krim ist ein russisches Transportflugzeug abgestürzt. Mindestens 29 Insassen kamen ums Leben. Die Ermittler gehen von einem technischen Defekt aus.
Mindestens 23 Passagiere und sechs Crewmitglieder sind beim Absturz eines russischen Transportflugzeugs über der von Russland annektierten Halbinsel Krim ums Leben gekommen. Die russische Nachrichtenagentur Tass meldet, dass alle 29 Insassen tot sind.
Das russische Ermittlungskomitee sprach hingegen von insgesamt sieben Besatzungsmitgliedern und 23 Passagieren an Bord – ob ein Besatzungsmitglied überlebt hat, ging aus den offiziellen Stellungnahmen aber nicht hervor.
Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte das Verteidigungsministerium mit der Aussage, dass ein mutmaßlicher technischer Defekt den Absturz verursacht habe. Es habe keine “schädigende Manipulation” des Flugzeugs gegeben.
Ermittler leiten Strafverfahren ein
Die Maschine vom Typ Antonow-26 befand sich den Angaben zufolge auf einem planmäßigen Flug über der Krim, als am Dienstagabend der Kontakt abbrach. Laut Tass und der Nachrichtenagentur RIA Novosti stürzte das Flugzeug gegen eine Klippe. In einem bergigen Waldgebiet nahe des Dorfes Kuibyschewo wird nun nach der Maschine gesucht. Das Ermittlungskomitee leitete zudem ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Flugvorschriften ein.
Die Flugzeuge der Marke Antonow werden vom russischen Militär als Transportflugzeuge eingesetzt. Russland nutzt die Krim – die es 2014 völkerrechtswidirg annektiert hat – seit 2022 für Angriffe auf die Ukraine.
Unfälle häufen sich seit 2022
Es ist nicht der erste Unfall dieser Art: Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine häufen sich solche Vorfälle. Im Dezember vergangenen Jahres stürzte ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Antonow 22 in der russischen Region Iwanowo ab, im Oktober ein MiG-31-Kampfjet in der Region Lipezk und im April ein Bomber vom Typ Tu-22M3 in der sibirischen Region Irkutsk.
Bereits im Oktober 2022 war ein Bomber vom Typ Su-34 in ein Wohngebiet von Jeisk, einer russischen Stadt am Asowschen Meer, gestürzt und hatte einen Großbrand ausgelöst. Zahlreiche Menschen kamen bei den Abstürzen ums Leben.
Vier Tote bei russischen Angriffen
Unterdessen halten die russischen Angriffe auf die Ukraine an. Bei einem Drohnenangriff in der Region Tscherkassy im Zentrum der Ukraine wurden laut Behörden vier Menschen getötet. Der Gouverneur der Region, Ihor Taburez, forderte Anwohner in einer Nachricht auf Telegram auf, in Schutzräumen zu bleiben.

