Im Mittelmeer zwischen Italien und Libyen sind 19 Migranten tot in einem Boot gefunden worden. Vermutlich starben sie an Unterkühlung. Auch vor dem türkischen Badeort Bodrum kamen 19 Migranten ums Leben.
Auf einem Migrantenboot südlich von Lampedusa sind 19 Tote gefunden worden. Die Menschen seien vermutlich an Unterkühlung gestorben, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Küstenwache. Fünf Menschen befanden sich demnach in kritischem Zustand, 58 weitere wurden gerettet.
Ansa meldete, die Menschen seien vor wenigen Tagen von der libyschen Küste aus Richtung Europa aufgebrochen. Während der Überfahrt habe sich das Wetter allerdings verschlechtert. Starker Wind sei aufgekommen und die Temperaturen auf etwa zehn Grad gefallen. Die Wellen waren laut Küstenwache sieben Meter hoch.
Mehr als 1.000 Tote diesen Winter im Mittelmeer
Die Besatzung eines italienischen Aufklärungsflugzeuges entdeckte demnach das Boot rund 135 Kilometer vor Lampedusa. Da sich keine Schiffe der libyschen Küstenwache oder zivile Schiffe in der Nähe befanden, die Hilfe leisten konnten, wurde beschlossen, ein Schiff der italienischen Küstenwache von Lampedusa aus zu entsenden, erklärte ein Sprecher der Küstenwache.
Lampedusa gilt seit vielen Jahren als einer der Brennpunkte der Migrationsbewegung aus Afrika übers Mittelmeer nach Europa. Auf der Überfahrt kommen immer wieder Menschen ums Leben, meist durch Ertrinken nach Schiffbrüchen. Allein in diesem Winter, in dem es besonders schwere Stürme gab, wird die Zahl der Toten auf mehr als 1.000 geschätzt.
19 Afghanen vor Bodrum gestorben
Nicht nur vor Italien kommt es immer wieder zu Bootsunglücken – auch vor der türkischen Küste. Dort, vor dem Badeort Bodrum, barg die türkische Küstenwache nach der Havarie eines Schlauchbootes 18 Leichen aus dem Wasser. Ein weiterer Mensch starb später im Krankenhaus, teilte die Küstenwache mit. 21 Insassen überlebten und wurden gerettet.
Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Mugla, Idris Akbiyik, handelte es sich bei den Bootsinsassen um Afghanen. Akbiyik machte schlechtes Wetter und die unruhige See für das Unglück verantwortlich.
Der beliebte türkische Badeort Bodrum liegt nur wenige Kilometer von der griechischen Insel Kos entfernt, einem der Hauptziele von Migranten zum Erreichen der Europäischen Union in der Ägäis.
Zwei Tote im Ärmelkanal
Auch im Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich ereignete sich am Mittwoch ein tödliches Unglück mit einem Flüchtlingsboot. Zwei Migranten seien bei dem Versuch, den Kanal vor der Küste von Gravelines in Nordfrankreich zu überqueren, ums Leben gekommen, teilte die Präfektur mit. Ihr Boot geriet demnach kurz nach dem Abliegen in Seenot.

