Die USA setzen in ihrer Venezuela-Politik weiter auf Entspannung: Das Finanzministerium hob Sanktionen gegen die geschäftsführende Präsidentin Rodríguez auf. Begründet wurde dies nicht.
Die USA haben Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez von ihrer Sanktionsliste gestrichen. Das geht aus einer aktualisierten Liste des Finanzministeriums hervor. Gründe für die Entscheidung wurden nicht genannt.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer schrittweisen Lockerung der US-Sanktionen gegen Venezuela. Washington hatte zuletzt wieder umfangreiche Geschäfte mit dem staatlichen Ölkonzern PdVSA erlaubt und damit auf steigende Energiepreise und geopolitische Entwicklungen reagiert.
Zudem hatten die USA kürzlich den Handel mit venezolanischem Gold wieder erlaubt. Beide Länder nahmen auch ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.
Politischer Wandel bleibt aus
Nach der Festnahme des autoritär regierenden Staatschefs Nicolás Maduro bei einer Kommandoaktion des US-Militärs im Januar übernahm die bisherige Vize-Präsidentin Rodríguez die Amtsgeschäfte. Zwar wurden seitdem eine Reihe von politischen Häftlingen entlassen, einen grundsätzlichen politischen Wandel leitete die autoritäre Führung des ölreichen südamerikanischen Landes aber nicht ein.
Rodríguez gilt als zentrale Ansprechpartnerin der US-Regierung, vor allem bei Verhandlungen über die Verwaltung der Ölvorkommen des Landes, die Trump zugunsten der USA nutzen möchte. Mehrere US-Minister haben sich bereits mit ihr in Venezuela getroffen.

