Wer Campingurlaub macht, den zieht es laut Eurostat-Statistik innerhalb der EU am häufigsten nach Frankreich. Deutschland ist bei den beliebtesten Ländern zum Campen auf Platz vier.
Mit dem wärmeren Wetter beginnt für viele Menschen wieder die Campingsaison. Und der Urlaub im Zelt oder Campervan wird in der EU tendenziell immer beliebter: Im vergangenen Jahr erfasste die Statistikbehörde Eurostat 413 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen; rund 29 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.
Die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen stiegen demnach stärker als beispielsweise in Hotels und Appartements.
Frankreichs Campingplätze auf Platz 1
Dabei sind die französischen Campingplätze innerhalb der EU am beliebtesten. Mehr als ein Drittel aller Übernachtungen auf Zeltplätzen und Camper-Stellplätzen entfielen EU-weit auf Frankreich, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Insgesamt waren es etwa 154 Millionen Übernachtungen.
Mit deutlichem Abstand folgen Spanien (49,8 Mio.), Italien (49,1 Mio.) und Deutschland (45 Mio.). Dahinter folgen die Niederlande, Kroatien und Schweden.
Die Übernachtungszahlen in Deutschland waren zuletzt gestiegen. Ein Grund dafür sei auch die gestiegene Qualität der deutschen Campingplätze, sagt Frank Schaal, Geschäftsführer des Branchenverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland. Campingplatzbetreiber hätten in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um die Standards zu verbessern.
Selbst im Dezember wird gecampt
Die Eurostat-Daten zeigen, dass sich 67 Prozent aller Übernachtungen (rund 277 Millionen) im Jahr 2025 auf die Sommermonate zwischen Juni und August konzentrierten. Die Zahlen stiegen ab März an und erreichten im August mit 118 Millionen Übernachtungen ihren Höhepunkt.
Sie gingen dann im September auf 40 Millionen und im Oktober auf 15 Millionen zurück, um das Jahr im Dezember mit immerhin fast 5 Millionen Übernachtungen abzuschließen.
Tourismusforscher Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, erklärt den Camping-Boom mit dem Wunsch nach Individualisierung. Im Wohnmobil hätten die Menschen “ihre eigenen vier Wände”. Man sei zudem recht flexibel und frei.

