In mehreren Orten Israels demonstrierten am Abend Hunderte Menschen gegen den Iran-Krieg. Eine Versammlung in Tel Aviv beendete die Polizei gewaltsam – einige setzten ihren Protest jedoch sogar unter Raketenalarm fort.
Eine Anti-Kriegsdemonstration in Tel Aviv ist am Abend von der israelischen Polizei gewaltsam aufgelöst worden. An der Veranstaltung auf einem zentralen Platz in der Innenstadt hatten etwa 1.000 Menschen teilgenommen. Aus Sicherheitsgründen seien jedoch nicht mehr als 600 Teilnehmer zugelassen, erklärten die Einsatzkräfte. Sie verwiesen dabei auf Auflagen für Versammlungen durch das Heimatschutz-Kommando. Der öffentlich-rechtliche Sender Kan berichtete sogar von etwa 2.000 Demonstranten auf dem Platz.
Zuvor hatte der oberste Gerichtshof die erlaubte Teilnehmerzahl auf 600 erhöht. Ursprünglich hatten durch den Krieg geltende Einschränkungen eine Begrenzung auf 150 Menschen vorgesehen. Die Demonstranten forderten unter anderem in Sprechchören ein Ende des Krieges gegen Iran. Auf Plakaten waren Aufschriften zu sehen wie “Hände weg von Iran, von Gaza, Libanon und Syrien” und “Nicht bombardieren – reden! Beendet den endlosen Krieg!”
Proteste auch in Haifa und Jerusalem
Nachdem die Polizei die Demonstration nach kurzer Zeit für beendet erklärt hatte, begannen die Beamten, die Menschen gewaltsam vom Versammlungsort wegzudrängen. Dabei seien mindestens 17 Menschen festgenommen worden, meldete die Zeitung Haaretz. Dabei seien auch Lautsprecher und andere Ausrüstung beschlagnahmt worden, hieß es. Nach einem Raketenalarm setzten die Demonstranten ihre Proteste in Schutzräumen nahe des Versammlungsorts fort.
Auch in der nordisraelischen Großstadt Haifa und in Jerusalem demonstrierten laut israelischen Medienberichten mehrere Hundert Menschen gegen den Krieg.
Mehrere Verletzte bei Raketenangriffen
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte seinerseits mit Raketen- und Drohnenangriffen und beschließt seitdem Israel und US-Einrichtungen in der Region, auch mehrere Golfstaaten sind Ziel iranischer Angriffe.
Am Samstag waren bei iranischen Raketenangriffen laut dem Rettungsdienst Magen David Adom in Tel Aviv mindestens fünf Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt worden. Neben mehreren Angriffswellen aus Iran meldete das Militär auch Beschuss durch die Hisbollah-Miliz aus dem Libanon und die Huthi-Miliz aus dem Jemen. Beide Gruppen sind mit Iran verbündet und hatten zu dessen Unterstützung in den Krieg eingegriffen. Die Angriffe auf Israel setzten sich auch in der Nacht zu Sonntag fort.
Mit Informationen von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Tel Aviv
