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US-Präsident Trump konnte keines seiner Ziele in Iran erreichen. Dass er überhaupt diesen Krieg vom Zaun brach, ist zutiefst verstörend.
US-Präsident Trump ist grandios gescheitert. In den Krieg war er gezogen, um die Iraner von ihrer islamistischen Führung zu befreien, um das iranische Atomprogramm ein für alle Mal zu beenden und Beschränkungen für das Raketenprogramm durchzusetzen und um die Unterstützung des Iran für befreundete militante Gruppen im Nahen Osten zu unterbinden. Nichts davon konnte er bis jetzt erreichen.
Stattdessen hat Iran nun die Straße von Hormus im Würgegriff. Vor Kriegsbeginn war dieser Schifffahrtsweg frei, für alle, jetzt ist er es nicht mehr – und Trump ist dafür verantwortlich. Jederzeit kann Iran die Passage nach Belieben öffnen und schließen – ein Machtinstrument noch wertvoller, als es eine Atomwaffe jemals sein könnte.
Trumps Drohungen
Mit ihren Bombenangriffen haben die USA die militärischen Fähigkeiten des Iran geschwächt. Was Trump aber nie begriff: Taktische Gewinne addieren sich nicht automatisch zu einem strategischen Sieg. Verloren haben dürfte Trump auch die Menschen in Iran. Aus dem Hilfsversprechen für sie wurde: “Wir werden euch in die Steinzeit bombardieren und eure Zivilisation auslöschen.” Diese Drohungen zeigen, dass der Präsident offensichtlich nicht mehr ganz bei Trost ist.
Trumps Geisteszustand ist ein Thema, das in der amerikanischen Politik mittlerweile offen thematisiert wird. So erklärte der Abgeordnete Adam Smith von den Demokraten wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums: “Wir haben einen labilen, narzisstischen Verrückten an die Spitze unseres Landes gesetzt.” Andere demokratische Politiker bezeichneten Trump als “Wahnsinnigen”. Und der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, stellte fest: “Der Präsident hat den Verstand verloren.”
Strategischer Sieg für Iran
Dass Trump überhaupt diesen Krieg vom Zaun brach und wie er ihn dann führte, ist zutiefst verstörend. Dieser Mann ist brandgefährlich für Frieden und Wohlstand in der Welt. Der Präsident ignorierte die Warnungen vor den großen Kriegsrisiken. Denn er weiß es stets besser. Für ihn und seine Regierungsmitglieder ist die Expertise von Fachleuten nichts wert.
Zum Schluss ahnte Trump, dass er keine guten Handlungsoptionen mehr hat. Er war auf einen Baum geklettert und fand nicht mehr herunter. Es war dann Pakistan, das mit der Initiative für eine Waffenruhe eine Leiter an den Baumstamm lehnte und dem Präsidenten den Weg zurück auf den Boden aufzeigte.
Nun wollen die USA und Iran zwei Wochen lang verhandeln. Iran ist dabei in der besseren Position. So ist das, wenn man als strategischer Sieger aus einer Konfrontation hervorgegangen ist.
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