Morgen brauchen Reisende wieder einmal starke Nerven: Die Flugbegleiter der Lufthansa wollen streiken. Zahlreiche Flüge drohen auszufallen. Das Unternehmen will gegensteuern und hat Zusatzflüge angekündigt.
Am Freitag drohen zahlreiche Flugausfälle: Am letzten Tag der Osterferien sind die Flugbegleiter der Lufthansa zum Streik aufgerufen. “Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt und München”, hieß es von der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Gestreikt werden soll im Zeitraum von 00.01 bis 22 Uhr.
Bestreikt werden im selben Zeitraum auch Starts der Regionaltochter Lufthansa Cityline von insgesamt neun Flughäfen: Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.
Wohl mehr als 520 Flüge fallen aus
Für Fluggäste der Lufthansa bedeutet das vermutlich zahlreiche Ausfälle. Eine offizielle Zahl gab das Unternehmen nicht bekannt. Der Flughafenverband ADV geht davon aus, dass insgesamt mehr als 520 Flüge ausfallen.
Am Drehkreuz Frankfurt wurden von knapp 350 geplanten Lufthansa-Abflügen 75 Prozent gestrichen, wie der Plan des Flughafens zeigt. Auch der Hessische Rundfunk schrieb online von rund 280 Starts und 270 Landungen in Frankfurt, die annulliert wurden. An größeren Flughäfen wie Hamburg oder Berlin wurden ebenfalls Dutzende Flüge abgesagt. Der Streik könnte auch Folgen für Reiserückkehrer aus dem Osterurlaub haben, da in der Folge Maschinen an ausländischen Zielen fehlen.
Lufthansa kündigte als Reaktion auf den Streik zusätzliche Flüge seiner nicht bestreikten Airlines an. Demnach sollen Discover, Lufthansa City und Eurowings nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen. Auch die internationalen Töchter wie Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines, Air Dolomiti und ITA Airways würden versuchen, zusätzliche Frequenzen anzubieten und auf ihren Flügen von und nach Deutschland größere Flugzeuge einzusetzen.
“Situation wäre vermeidbar gewesen”
Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann kritisierte den Zeitpunkt. Der Streikaufruf treffe die Gäste im Rückreiseverkehr nach Ostern besonders hart. Zudem sollten mit Lufthansa und Lufthansa Cityline gleich zwei Flugbetriebe gleichzeitig bestreikt werden. Diese Eskalation sei verantwortungslos.
“Diese Situation wäre vermeidbar gewesen”, betonte UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger. Die Verantwortung liege bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft habe, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Dem Streik ist zunächst ein Warnstreik und dann eine Urabstimmung vorausgegangen, die hohe Zustimmung der Beschäftigten zu einem Arbeitskampf ergeben hat.

