marktbericht
Vor den am Samstag startenden Verhandlungen zwischen Iran und den USA wagen sich deutsche Anleger vorerst kaum aus der Deckung. Dazu bremsen aktuelle Inflationsdaten den Optimismus.
Nach dem Rückschlag vom Vortag geht es am deutschen Aktienmarkt zum Wochenabschluss wieder etwas aufwärts. Vor den Verhandlungen zwischen Iran und den USA zeigen sich die Händler vorsichtig optimistisch. Der Deutsche Aktienindex (DAX) startete fast unverändert mit 23.828 Punkten in den letzten Handelstag der verkürzten Osterwoche, um anschließend leicht anzuziehen.
“Die Anleger setzen darauf, dass diese 15. Korrektur in der Geschichte des DAX-Index abgeschlossen ist und sich der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran als stabil erweisen wird”, urteilt Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. “Kurzfristig kommen Anleger an geopolitischen Nachrichten nicht vorbei. Mittelfristig bereiten sie sich darauf vor, über die entstandene konjunkturelle Delle hinwegzublicken und sich auf das Wachstum zu konzentrieren.”
Eine deutlich gestiegene Teuerung drückt auf die Stimmung . Für den Monat März bestätigte das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung. Demnach lag die Teuerungsrate bei 2,7 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2024.
Angetrieben wurden die Preise vor allem durch die Anfänge des Iran-Kriegs und den daraus folgenden Energiepreisschock. Die Sorge ist groß, dass sich diese Entwicklung auch weiter fortsetzen wird.
Aktuell dominieren und belasten die kurzfristigen Nachrichten. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, das heißt: Öl wird über diesen Handelsweg fast gar nicht transportiert und alle Seiten werfen sich gegenseitig vor, die am Wochenende vereinbarte Waffenruhe nicht einzuhalten. Öl der Norseesorte Brent kostete am Morgen gut 97 Dollar je Fass und damit etwas mehr als am Donnerstag.
Einzelne Werte fallen dabei kaum durch größere Ausschläge aus. Auch nicht Aktien der Lufthansa, obwohl die Airline einen großflächigen Streik der Flugbegleiter wegstecken muss. Schätzungen zufolge dürfte dieser Streiktag die Lufthansa zwischen 10 und 20 Millionen Euro kosten.
In Tokio legte der Nikkei-Index um 1,8 Prozent zu. In Schanghai stiegen Aktien im Schnitt um 0,8 Prozent. In Japan schauen Anleger wieder auf Unternehmenszahlen. So kletterten Aktien des Einzelhandelskonzerns Fast Retailing – das ist der Mutterkonzern der Ladenkette Uniqlo – nach Bilanzvorlage auf ein neues Rekordhoch.
Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des seit mittlerweile sechs Wochen andauernden Nahost-Konflikts hat auch die US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Donnerstag 0,6 Prozent höher bei 48.184 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,6 Prozent vor, und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent.
Ansonsten lenkten sich die Händler mit Whiskey ab. Aktien des Spirituosen-Konzerns Brown-Forman verzeichneten einen Kurssprung. Gerüchten zufolge interessiert sich das Unternehmen Sazerak für die Mutter von Jack Daniel’s. Eigentlich steht Brown-Forman in Verhandlungen mit dem französischen Konkurrenten Pernod-Ricard.

