Inflation in Deutschland: Preissprünge bei Kraftstoffen und Heizöl

Inflation in Deutschland: Preissprünge bei Kraftstoffen und Heizöl

Stand: 10.04.2026 • 10:08 Uhr

Im ersten Monat des Iran-Kriegs haben vor allem deutlich steigende Energiepreise zu höherer Inflation in Deutschland geführt. Kraftstoffe verteuerten sich im März um 20 Prozent, Heizöl sogar um 44 Prozent.

Deutliche Preissteigerungen bei Energieprodukten haben die Inflation in Deutschland nach oben getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im März um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit eine erste Schätzung.

Ein Blick auf die Details zu den Inflationszahlen zeigt: Es waren vor allem die deutlichen Preissteigerungen bei Energieprodukten, die die Inflation getrieben haben. Die Preise für Energieprodukte insgesamt zogen im März um 7,2 Prozent an – es war der erste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023.

Heizöl verteuert sich enorm

“Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert”, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.

Kraftstoffe verteuerten sich im März um 20,0 Prozent. Noch stärker fiel der Preisanstieg bei leichtem Heizöl mit 44,4 Prozent aus. “Diese deutlichen Preissprünge resultierten maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und der dadurch ausgelösten Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt”, so die Wiesbadener Statistiker.

Preise für Strom, Erdgas und Fernwärme gefallen

Trotz des kräftigen Anstiegs bei Heizöl blieb Haushaltsenergie insgesamt günstiger als vor einem Jahr. Im März 2026 lagen die Preise hier um 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Grund dafür waren sinkende Preise für Strom, Erdgas und Fernwärme.

Das Bundesamt verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf Maßnahmen der Bundesregierung, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten waren, darunter reduzierte Übertragungsnetzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage.

Nahrungsmittel verteuern sich nur leicht

Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisauftrieb dagegen vergleichsweise moderat aus. Sie verteuerten sich im März binnen Jahresfrist um 0,9 Prozent. Spürbar teurer wurden allerdings einzelne Warengruppen. So zogen die Preise für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren um 6,1 Prozent an.

Besonders stark fiel der Anstieg bei Schokolade aus, die sich um 9,6 Prozent verteuerte. Auch Obst wurde mit einem Plus von 4,7 Prozent deutlich teurer, frisches Gemüse kostete 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Fleisch und Fleischwaren mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 3,6 Prozent mehr bezahlen.

Kerninflation stabil

Entlastung gab es dagegen bei Speisefetten und Speiseölen. Sie verbilligten sich um 17,6 Prozent. Butter kostete sogar 29,1 Prozent weniger, Olivenöl war 11,8 Prozent günstiger. Auch Molkereiprodukte verbilligten sich um 5,4 Prozent. Die Preise für Eier stiegen hingegen um 14,8 Prozent.

Die sogenannte Kerninflation blieb unterdessen stabil. Ohne Energie lag die Inflationsrate im März bei 2,3 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 2,0 Prozent. Die um Nahrungsmittel und Energie bereinigte Teuerungsrate, also die Kerninflation, verharrte wie schon seit Jahresbeginn bei 2,5 Prozent.

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