Warnstreiks bremsen Nahverkehr in Bayern

Warnstreiks bremsen Nahverkehr in Bayern

Stand: 14.04.2026 • 11:50 Uhr

In mehreren Städten Bayerns gibt es heute Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr, darunter München, Nürnberg und Augsburg. Die Einschränkungen für den ÖPNV betreffen je nach Stadt U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen.

Von Birgit Harprath, Torsten Thierbach, Til Antonie Wiesbeck

Eines haben viele Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in Bayern inzwischen mitbekommen: Die Tarifrunde für rund 9.000 Beschäftigte ist schwierig. An etlichen Tagen wurde an dem einen oder anderen Ort schon gestreikt. Für heute hat die Gewerkschaft nun wieder mehrere Kommunen auf der Streikliste stehen. Betroffen sind München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt. In Aschaffenburg trifft der Aufruf nur die Werkstätten.

S-Bahnen fahren, Anbindung zum Augsburger Plärrer gesichert

Da manche Buslinien im Auftrag der Kommunen unterwegs sind, wird der Verkehr nicht überall völlig stillstehen. Verdi rechnet dennoch mit erheblichen Auswirkungen der ganztägigen Aktion. Was fährt, sind im Raum München und Nürnberg auch die S-Bahnen, die zur Deutschen Bahn gehören. In Augsburg werden die Stadtteillinien 21, 24/25 und 38 rollen, da sie von privaten Busunternehmen betrieben werden, die nicht bestreikt werden. Zudem organisieren die Stadt Augsburg und der Schaustellerverband eigene Shuttle-Busse zum Plärrer, dem größten Volksfest Schwabens. Die genauen Haltestellen und Abfahrtszeiten werden ab dem Vormittag unter www.augsburg.de/plaerrer (externer Link) abrufbar sein.

München: Zwei U-Bahn, zwei Tram-Linien und die Hälfte der Busse

In München fährt die U-Bahn aktuell auf zwei Abschnitten: U3/U6 alle 10 Minuten im Abschnitt Fürstenried West – Implerstraße – Sendlinger Tor – Münchner Freiheit – Fröttmaning und die U2/U5 alle 20 Minuten im Abschnitt Feldmoching – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Giesing Bf. – Neuperlach Süd. Bei der Tram sind drei Linien in Betrieb, die Linie 20 fährt alle 10 Minuten und Linie 17 im Abschnitt Sendlinger Tor – St. Emmeram alle 20 Minuten. Bei den Bussen sei mehr als die Hälfte der Fahrzeuge unterwegs, teilte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit. Sie führen unregelmäßig auf allen Linien.

Das sorgt für erhebliche Einschränkungen auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zu einem Arzttermin oder zum Einkaufen dürfte es dennoch geben. Gefragt sind an dem Tag wieder Alternativen – oder, wenn es geht, zu Hause zu bleiben.

Druck ausüben vor dem fünften Treffen

Mit dem Warnstreik soll – so Verdi – noch einmal Druck auf den Arbeitgeber ausgeübt werden. Dass da bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Frust herrscht, sei der Gewerkschaft durchaus bewusst. Und dass das Auto angesichts der hohen Benzinpreise inzwischen eine teure Alternative ist, auch.

Aber das verbesserte Angebot der Arbeitgeber beim letzten Treffen reiche nicht. Dabei sei man selber den Verkehrsbetrieben weit entgegengekommen. Statt knapp 670 Euro fordert die Gewerkschaft jetzt 550 Euro in zwei Schritten. Und die Arbeitszeit soll von jetzt 38,5 auf 35 Stunden verkürzt werden – aber über einen längeren Zeitraum hinweg.

Völliges Unverständnis beim Arbeitgeber

Der kommunale Arbeitgeberverband Bayern hat nachgerechnet und kommt auf eine Entgeltsteigerung von im Schnitt 14 Prozent. Das sei nicht finanzierbar. Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft mitgeteilt, was machbar sei. Ein verbessertes Angebot sieht unter anderem ein Plus in Schritten um bis zu neun Prozent vor und eine Stunde weniger arbeiten in der Woche. Ob da noch etwas geht, das werden Beschäftigte und die Fahrgäste kommenden Mittwoch erfahren. Dann wird in Nürnberg weiterverhandelt.

Zum Video: Erneut Warnstreiks im Nahverkehr

Dieser Artikel ist erstmals am 11. April 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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Quelle: Bayern-1-Nachrichten 14.04.2026 – 03:00 Uhr

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