Bilanz 2025: Bosch schreibt das erst Mal seit 2009 Verluste

Bilanz 2025: Bosch schreibt das erst Mal seit 2009 Verluste

Stand: 16.04.2026 • 15:31 Uhr

Der Technologiekonzern Bosch hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2009 Verluste eingefahren. Hauptgründe seien Kosten durch Stellenabbau und Zölle. Weitere Stellenstreichungen sind für dieses Jahr geplant.

Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt.

Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Vorlage der Bilanz 2025 in Renningen sagte. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.

Hohe Kosten durch Stellenabbau

Ein wesentlicher Grund für den Einbruch seien die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.

Diese Sonder- und Einmaleffekte haben sich nach Angaben von Forschner stark auf die Bilanz ausgewirkt – jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern brach um 42 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Der Umsatz stieg leicht auf 91 Milliarden Euro. Dennoch liegt das Unternehmen damit deutlich unter den eigenen Erwartungen.

Bosch muss Milliarden einsparen

Die schwierige Wirtschaftslage hat Bosch 2025 mit voller Wucht getroffen: nicht nur im Kernbereich – als weltweit größter Autozulieferer -, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen.

Konzern will weitere Stellen abbauen

Der Personalstand sank 2025 weltweit um gut 5.000 auf 412.774 Mitarbeiter. Vor allem in Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten, sank die Zahl der Angestellten um 6.700. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen – unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Im laufenden Jahr rechnet Bosch mit etwas besseren Geschäften. Wobei das Management weiter davon ausgeht, dass die hohe Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden.

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