Israel und der Libanon haben sich nach Angaben von US-Präsident Trump auf eine Waffenruhe geeinigt. Sie soll zehn Tage dauern. Die Hisbollah-Miliz lässt bislang offen, ob sie sich daran halten wird.
Israel und der Libanon haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine Waffenruhe geeinigt. Sie soll für zehn Tage gelten und heute Abend beginnen, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Er habe zuvor mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gesprochen.
Netanjahu bestätigte später seine Zustimmung. Er habe den Schritt unternommen, um Bemühungen um einen Frieden mit dem Libanon voranzutreiben, teilte er in einer Stellungnahme per Video mit. “Wir haben die Möglichkeit, ein historisches Friedensabkommen mit dem Libanon zu erzielen”, sagte Netanjahu darin. Eine offizielle Bestätigung vom Libanon liegt bislang nicht vor.
Die Hisbollah-Miliz ließ zunächst offen, ob sie sich an die Waffenruhe halten wird. Jede Waffenruhe müsse “umfassend für das gesamte libanesische Gebiet” gelten und dürfe keinerlei Truppenbewegungen Israels zulassen, teilte die Miliz mit. “Die anhaltende israelische Besatzung auf unserem Land gibt dem Libanon und seinem Volk das Recht, Widerstand zu leisten.” Über diese Frage – also über den weiteren Kampf gegen Israel – werde “je nach Entwicklung der Ereignisse entschieden”.
Israel will Entwaffnung der Hisbollah
Seit Beginn des Iran-Kriegs sind auch Israel und die Hisbollah wieder in einem offenen Krieg. Die von Iran unterstützte Miliz feuert seit Anfang März Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen.
Seit dem Beginn der erneuten Kämpfe sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 2.200 Menschen im Libanon getötet worden. Die israelische Armee sprach zuletzt von mehr als 1.700 getöteten Hisbollah-Mitgliedern seit Anfang März. Die genaue Zahl der getöteten Zivilisten ist unklar. Seit dem Ausbruch des Konflikts haben Millionen Menschen ihre Häuser verlassen.
Die Hisbollah agiert im Libanon seit langer Zeit als eine Art Staat im Staate. Sie ist einer der wichtigsten Verbündeten Irans. Die libanesische Regierung ist hingegen keine aktive Kriegspartei und bemüht sich um Deeskalation in dem Konflikt. Tel Aviv geht es vor allem um ein umfassendes Friedensabkommen und die Entwaffnung der Hisbollah.
Weiteres Treffen in Washington?
Trump kündigte auf Truth Social zudem an, Israels Premierminister Netanjahu und Libanons Staatspräsidenten Aoun ins Weiße Haus einzuladen. Israel und der Libanon haben sich noch nicht zu dem Vorstoß geäußert.
Erst am Dienstag hatten sich Vertreter der beiden Länder zu direkten Gesprächen in Washington getroffen. Es war das erste Treffen zwischen diplomatischen Vertretern seit Jahrzehnten. Das US-Außenministerium berichtete im Anschluss von “konstruktiven Gesprächen”. Alle Seiten hätten sich darauf geeinigt, weitere direkte Verhandlungen in der Zukunft aufzunehmen. Aoun bedankte sich in einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio für die Bemühungen der USA um eine Waffenruhe.

