Mehrheit in Nordrhein-Westfalen für Olympia-Bewerbung

Mehrheit in Nordrhein-Westfalen für Olympia-Bewerbung

Stand: 20.04.2026 • 02:30 Uhr

In NRW hat sich eine große Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. In Köln dauerten die Auszählungen bis in die Nacht.

Die Olympia-Macher in NRW haben bei den Bürgerentscheiden über eine Bewerbung für die Olypischen Sommerspiele eine klare Mehrheit erzielt. In allen Städten stimmte eine Mehrheit für eine Kandidatur der Region “KölnRheinRuhr” für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Sonntagabend stimmten rund zwei Drittel für eine Bewerbung. “Ein richtig starkes Votum für Olympia aus Nordrhein-Westfalen. Ein ganz, ganz klares Ja von den Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Es hat sich ausgezahlt, den Menschen zu vertrauen”, erklärte Wüst am Sonntagabend.

  • Ministerpräsident Wüst: „Ein klares Ja für Olympia“ – mehr im Ticker
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Wichtigste Stadt lange ohne Ergebnis

Bis in die Nacht zu Montag wurden die Stimmen der Bürgerentscheide um die Bewerbung von “KölnRheinRuhr” ausgezählt. In 17 Städten konnten die Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen. Köln ist die sogenannte “Leading City” der Bewerbung. Und ausgerechnet hier wurde es am Sonntagabend besonders spannend, denn die Auszählung zog sich bis in die Nacht, war auch um 01:30 Uhr noch nicht beendet.

Alle anderen 16 Städte hatten bereits Sonntagabend ihre Ergebnisse gemeldet: überall stimmten die Wahlberechtigten mehrheitlich für eine Teilnahme ihrer Kommune an der Olympia-Bewerbung. Auch in Herten sprachen sich mehr als 70 Prozent für eine Bewerbung aus, doch das erforderliche Quorum wurde hier verfehlt. Statt den notwendigen 15 Prozent stimmten nur 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten zu. Damit fällt Herten, wo gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, vollständig aus der NRW-Bewerbung heraus.

Mehr als 1,4 Millionen Menschen abgestimmt

Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte waren aufgefordert, ihr Votum dafür per Briefwahl abzugeben. Nach Angaben der Landesregierung haben 1,4 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. “Das ist eine herausragende Zahl”, teilte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit. “Wir können davon ausgehen, dass die Menschen unserer Bewerbung mehrheitlich ihre Stimme gegeben haben.”

Die Zustimmungsquoten waren in allen ausgezählten Städten hoch: In Essen lag die Zustimmung bei 64,3 Prozent, in Düsseldorf bei 67,2 Prozent und in Mönchengladbach bei 74,5 Prozent.

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Noch keine Entscheidung über Olympia in NRW

Das Ergebnis ist dann ein wichtiger Schritt, aber noch keine definitive Entscheidung über Olympische Spiele in NRW. Zunächst geht es darum, ob “KölnRheinRuhr” mit breiter Unterstützung der Bevölkerung in das weitere Auswahlverfahren geht.

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Im Falle eines ablehnenden Votums scheidet die betreffende Stadt aus der Olympia-Bewerbung aus. Für diesen Fall habe die Landesregierung alternative Sportstätten in der Hinterhand, hieß es zuletzt aus Regierungskreisen. Das Nein einer oder mehrerer Großstädte mit vielen Sportarenen könnte allerdings die gesamte Bewerbung kippen.

Kritiker warnen vor hohen Kosten

Befürworter sehen in den Olympischen und Paralympischen Spielen in NRW eine große Chance für die Region – für mehr Zusammenhalt, internationale Aufmerksamkeit und nachhaltige Impulse für Sport, Stadtentwicklung und Inklusion.

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Kritiker warnen vor hohen Kosten. Die Durchführungskosten werden auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt. Dem sollen prognostizierte Einnahmen von etwa 5,2 Milliarden Euro gegenüberstehen, etwa durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Medienrechte.

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Auch andere Regionen im Rennen um Olympia

Parallel bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. In München gab es bereits ein positives Votum, in Hamburg steht die Abstimmung am 31. Mai an, in Berlin stimmt das Abgeordnetenhaus ab. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September über den deutschen Kandidaten entscheiden. Eine endgültige Vergabe durch das IOC wird frühestens ab 2027 erwartet.

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.04.2026, 18:45 Uhr

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