marktbericht
Kurz vor Ende der Waffenruhe hat US-Präsident Trump dem Iran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben. Unsicherheiten bleiben. Der DAX dürfte kaum verändert in den Tag starten.
Auch wenn das jüngste Ultimatum der USA vorerst aufgehoben wurde – eine Lösung des Iran-Konflikts lässt weiter auf sich warten. Der DAX steht vor einem kaum veränderten Handelsstart.
Die US-Börsen hatten am Dienstag die anfänglichen Gewinne wieder abgegeben und sind ins Minus gerutscht. Der Dow-Jones-Index schloss 0,6 Prozent im Minus bei 49.149 Punkten. Im frühen Handel hatte er sich noch bis auf gut 150 Zähler der 50.000-Punkte-Marke genähert. Der Nasdaq 100 gab um 0,4 Prozent auf 26.479 Punkte nach, der marktbreite S&P 500 fiel um 0,6 Prozent auf 7.064 Punkte.
Unklar ist weiterhin, wie es im Nahostkonflikt weiter geht. In der Nacht hat US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum an Iran erneut verschoben – auf bisher unbestimmte Zeit. Damit will er den Verhandlungen weitere Zeit einräumen.
Das hat die Ölpreise wieder knapp unter 100 Dollar zurückfallen lassen und die Börsen in Asien gestützt. Der japanische Nikkei-Index stieg zunächst um ein halbes Prozent auf ein Rekordhoch von fast 60.000 Punkten. Dabei halfen vor allem Gewinne bei den Technologiewerten. Die chinesischen Märkte tendierten dagegen fast unverändert.
“Der unberechenbare Faktor ist in der Tat, was mit dem Iran passiert”, sagte Thomas Martin, Portfoliomanager bei Globalt Investments. Niemand wisse dies, und es sei verblüffend, dass die Menschen glaubten, alles werde gut gehen. Noch am Montag hatte Trump gedroht, das Militär sei startklar, sollte es zu keiner Vereinbarung kommen.
Wegen der gestörten Öltransporte durch die Straße von Hormus ist deutlich weniger Flugbenzin verfügbar. Die Meerenge ist ein zentraler Transportweg für Erdöl aus der Region. In Folge davon steigen die Kerosinpreise. Die US-Fluggesellschaft United Airlines streicht deshalb ihre Gewinnprognose zusammen.
Schon im vergangenen Vierteljahr gab die Fluggesellschaft mit gut drei Milliarden Dollar 12,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor für Treibstoff aus. United reduziert als Reaktion die Pläne für den Ausbau der Kapazitäten in diesem Jahr. Auch andere Fluggesellschaften streichen ihr Angebot zusammen. Teilweise werden Flugzeuge stillgelegt.
Am Frankfurter Flughafen wird an diesem Mittwoch das neue Passagierterminal 3 feierlich eröffnet. Bis zu 19 Millionen Passagiere sollen dort pro Jahr abgefertigt werden. Das ist etwas weniger als am viertgrößten deutschen Flughafen in Düsseldorf im vergangenen Jahr. Fraport hat rund vier Milliarden Euro in das neue Gebäude investiert.
Trotz des Iran-Kriegs hält die Fraport an der Passagierprognose für das laufende Jahr fest. “Wir gehen weiter davon aus, dass wir unser Jahresziel von 65 bis 66 Millionen Passagieren, rund vier Prozent mehr als 2025, erreichen”, sagte Flughafen-Chef Stefan Schulte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Flughafenverband ADV feiert den Neubau als Meilenstein für den Standort Deutschland. Viele Anwohner und Fluglärm-Gegner im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet kritisieren den Ausbau.
Die Deutsche Telekom erwägt eine Verschmelzung mit T-Mobile US. Im Gespräch sei die Gründung einer Holding, die ein Übernahmeangebot sowohl für die Aktien des Bonner Konzerns als auch deren US-Tochter abgeben würde, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Überlegungen befänden sich in einem frühen Stadium.
Die Telekom stieg im Jahr 2000 mit der Übernahme von Voicestream in den US-Markt ein. Aktuell hält sie mehr als die Hälfte der Anteile an dem in T-Mobile umbenannten Mobilfunkunternehmen. Das ist einer der größten Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten. Bei einem Zusammenschluss entstünde der gemessen am Börsenwert weltgrößte Telekom-Konzern mit einer Marktkapitalisierung von derzeit mehr als 384 Milliarden Dollar.
Mehrere große Konzerne legen heute Geschäftszahlen zum ersten Quartal vor. Im Tagesverlauf werden die Zahlen von Boeing erwartet. Am späten Abend folgen Texas Instruments und IBM.
Beim US-Autobauer Tesla dürfte das Ergebnis schwächer ausfallen, nicht zuletzt, weil Tesla nach dem Aus für viele strenge CO2-Vorgaben in den USA weniger Geld mit dem Verkauf von Emissionsrechten einnimmt.

