Der britische Ölriese BP hat zu Jahresbeginn seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissprünge am Ölmarkt trugen dazu bei. Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen.
Angesichts der gestiegenen Ölpreise wegen des Kriegs im Nahen Osten hat der britische Energieriese BP seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das bereinigte Ergebnis lag von Januar bis März bei 3,2 Milliarden Dollar – nach 1,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Konzern mit.
Analysten hatten lediglich mit 2,7 Milliarden Dollar gerechnet. BP konnte die Erwartungen somit um über 500 Millionen Dollar toppen. Die durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissprünge am Ölmarkt halfen BP dabei.
Aktie legte im Handel zu
Getragen wurde das Ergebnis vor allem vom Kunden- und Produktgeschäft samt dem Ölhandel, der mit einem Vorsteuergewinn von 3,2 Milliarden Dollar sein bestes Ergebnis seit 2022 erzielte. Die Ergebnisse in den Bereichen Gas und Ölförderung blieben zwar leicht hinter den Erwartungen zurück.
Eine höhere Produktion im Golf von Mexiko und eine starke Leistung des US-Geschäfts glichen jedoch die Auswirkungen von Störungen im Nahen Osten und einen Verkauf in der Nordsee weitgehend aus. Der Ölkonzern betreibt vergleichsweise kleine Anlagen in Nahost und leidet daher weniger unter den kriegsbedingten Produktionskürzungen als die Konkurrenz.
An der Börse in London legte die BP-Aktie am Dienstagmittag zwischenzeitlich um 2,5 Prozent zu. “Wir sind auf dem richtigen Weg”, sagte die neue Konzernchefin Meg O’Neill, die erstmals die Geschäftsergebnisse präsentierte. Sie will BP zu einem “einfacheren, stärkeren und wertvolleren Unternehmen” machen.
BP will Raffinerie in Gelsenkirchen verkaufen
Die Nettoverschuldung stieg zum Ende des ersten Quartals auf 25,3 Milliarden Dollar von gut 22 Milliarden im Vorquartal. Der Vorstand bekräftigte, die Raffinerie in Gelsenkirchen zu verkaufen. Käufer ist die Klesch-Gruppe, ein unabhängiger europäischer Raffineriebetreiber. Mit Abschluss der Transaktion werde das Ziel für strukturelle Kostensenkungen um eine Milliarde Dollar erhöht, teilte BP mit.
Zudem will BP seine Hybridanleihen bis Ende 2027 um rund 4,3 Milliarden Dollar reduzieren. Der Konzern hatte sein Aktienrückkaufprogramm im Februar ausgesetzt, um den Schuldenabbau voranzutreiben.

