Er war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und der Schaffung des ersten Bakteriums mit künstlichem Erbgut beteiligt. Nun ist Graig Venter im Alter von 79 Jahren gestorben.
Der US-amerikanische Genforschungs-Pionier Craig Venter ist tot. Der Wissenschaftler starb im Alter von 79 Jahren in San Diego nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, wie das von ihm gegründete J. Craig Venter Institute mitteilte. Bei Venter war kürzlich eine Krebserkrankung diagnostiziert worden.
Venter war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschliche Erbguts beteiligt und machte den genetischen Code damit für die medizinische Forschung verfügbar. Außerdem entwickelte ein Team um Venter ein lebendes Bakterium mit komplett künstlich erzeugtem Erbgut.
Er habe dazu beigetragen, sein Forschungsfeld von einer langsam voranschreitenden Grundlagenforschung zu einer skalierbaren, datengestützten Wissenschaft zu entwickeln, hieß es von seinem Institut. Zudem habe er immer darauf bestanden, dass Forschung einen Mehrwert für die echte Welt haben müsse.
Forschung in enormem Tempo
“Craig war davon überzeugt, dass die Wissenschaft nur dann vorankommt, wenn Menschen bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen, entschlossen zu handeln und Dinge zu schaffen, die es noch nicht gibt”, sagte der Präsident des Instituts, Anders Dale.
Der in Salt Lake City geborene Venter wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 2002 dem Paul-Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Preis. Dennoch war er auch umstritten. Er und sein Team kündigten während seiner Karriere in enormem Takt immer neue, teils unrealistische Entdeckungen und Vorhaben an. Manche Kolleginnen und Kollegen warfen Venter Größenwahn, Narzissmus und einen zu stark ausgeprägten Geschäftssinn vor.

