Kreuzfahrtschiff darf nach Hantavirus-Ausbruch nicht in Kap Verde anlegen

Kreuzfahrtschiff darf nach Hantavirus-Ausbruch nicht in Kap Verde anlegen

Stand: 04.05.2026 • 14:13 Uhr

Kap Verde verweigert einem Kreuzfahrtschiff das Anlegen – zuvor waren drei Menschen nach einem Hantavirus-Ausbruch an Bord mutmaßlich nach einer Infektion gestorben. Laut WHO ist die Gefahr für die Bevölkerung “gering”.

Nach dem Hantavirusausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik verweigert der Inselstaat Kap Verde die Anlegeerlaubnis im Hafen der Hauptstadt Praia. Drei Menschen waren mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Die dortige Gesundheitsbehörde erklärte, dass alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen würden – einschließlich der Vorbereitungen für eine mögliche medizinische Evakuierung von Patienten. Die Lage sei unter Kontrolle und es bestehe derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung an Land.

Zwei Erkrankte sollen ausgeflogen werden

Auf dem Kreuzfahrtschiff mit Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder waren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Bisher wurde einer der drei Verstorbenen laut WHO positiv auf das Hantavirus getestet, die restlichen Infektionen gelten als Verdachtsfälle. Zwei der Toten seien Niederländer, hieß es vom niederländischen Außenministerium.

Weitere drei Personen seien infiziert: Ein Passagier liegt in Südafrika auf der Intensivstation, teilte die WHO mit. Die niederländischen Behörden wollen zwei weitere Betroffene nun ausfliegen. Das Kreuzfahrtunternehmen Oceanwide Expeditions bestätigte eine “ernste medizinische Notlage” an Bord der “MV Hondius”. Nach Behördenangaben war das Schiff von Argentinien auf den Weg zu den Kap Verde.

WHO: “geringe Gefahr” für die Bevölkerung

Nach Angaben der WHO besteht kein Grund zur Beunruhigung. “Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig”, erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Es gebe “keinen Anlass zur Panik oder zu Reisebeschränkungen”.

Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist nach Angaben der WHO jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

In Deutschland erkranken jährlich wenige Hundert Menschen an dem Virus. Laut Robert Koch-Institut gab es in den vergangenen 25 Jahren hierzulande nur einen Todesfall.

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