WHO: Hantavirus-Ausbruch nicht der Beginn einer Pandemie

WHO: Hantavirus-Ausbruch nicht der Beginn einer Pandemie

Stand: 07.05.2026 • 19:59 Uhr

Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff löst in vielen Ländern Sorgen aus. Experten weisen allerdings darauf hin, dass das Virus weit weniger ansteckend ist als etwa Grippe. “Das ist kein Covid”, hieß es von der WHO.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff “Hondius” nicht den Beginn einer neuen Pandemie. “Das ist kein Covid”, erklärte Nothilfekoordinatorin Maria Van Kerkhove vor Journalisten in Genf. “Dies ist ein ganz anderes Virus.”

Auch Roman Wölfel, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr, sagte im Interview mit tagesschau24, das Hantavirus sei nicht so ansteckend wie SARS-CoV-2 oder Grippe-Viren. Man müsse deutlich engeren Kontakt haben.

Aufgrund der langen Inkubationszeit von sechs Wochen schließt die WHO weitere Fälle nicht aus. Doch der Leiter der WHO-Abteilung für Notfallalarm und -reaktion, Abdi Rahman Mahamud, betonte, er glaube, dass es sich um einen begrenzten Ausbruch handele – “sofern die Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit umgesetzt werden und alle Länder Solidarität zeigen.”

WHO: Niemand mit Symptomen an Bord

Bei fünf Infizierten wurde das Hantavirus inzwischen nachgewiesen. Dazu kommen laut WHO drei Verdachtsfälle. Drei Personen sind gestorben – ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.

Das Kreuzfahrtschiff, das tagelang mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor Anker gelegen hatte, hatte am Mittwoch Kurs auf Teneriffa genommen und wird nach Angaben der spanischen Regierung voraussichtlich am Sonntag den Hafen von Granadilla erreichen. Laut WHO zieht niemand der noch an Bord befindlichen Passagiere und Crew-Mitglieder Symptome. Zwei auf Infektionskrankheiten spezialisierte niederländische Ärzte sowie zwei Epidemiologen seien vor Ort, die Stimmung an Bord sei gut, hieß es von der Reederei. “Die Menschen fühlen sich sehr miteinander verbunden.”

Auf Teneriffa sollen alle Menschen an Bord untersucht und getestet werden. Wenn sie keine Symptome aufweisen, können sie nach Angaben des Veranstalters in ihre Heimatländer zurückkehren. An Bord sind auch sechs Deutsche. Unklar ist aber noch, wie die Heimreise organisiert wird.

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