Ein Mann hat am Bahnhof der Schweizer Stadt Winterthur drei Passanten mit einem Messer angegriffen und verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte festgenommen werden. Die Behörden gehen von einem Terrorakt aus.
Am Bahnhof der Schweizer Stadt Winterthur hat ein Mann drei Menschen mit einer Stichwaffe verletzt. Der 31 Jahre alte mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, teilte die zuständige Kantonspolizei Zürich mit.
Nach Einschätzung der Behörden soll es sich um einen Terrorakt handeln. Marius Weyermann von der Kantonspolizei Zürich erklärte, aufgrund der Situation vor Ort sei das Motiv im Bereich von Radikalisierung und Extremismus zu suchen.
Die drei Opfer, Schweizer Staatsbürger im Alter von 28, 43 und 52 Jahren, mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei konnten bereits wieder nach Hause gehen. Ein Mann wurde allerdings schwerer verletzt und musste nach einer Stichverletzung am Oberschenkel operiert werden.
Anzeige wegen IS-Propaganda
Der mutmaßliche Täter war Schweizer, hatte aber auch die türkische Staatsbürgerschaft. Den Behörden zufolge wurde der Mann in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert. Er habe sich aber 2024 abgemeldet und sei in die Türkei gezogen. Dort habe er sich möglicherweise radikalisiert. Nach Informationen der Polizei kehrte der Mann erst vor Kurzem in die Schweiz zurück. In der Vergangenheit wurde er bereits wegen der Verbreitung von Propaganda für die Terrormiliz “Islamischer Staat” angezeigt.
Nach Angaben der Polizei war der Mann noch vor wenigen Tagen in der Psychiatrie. “Es ist ein Mensch, der ganz offensichtlich eine Verwirrung hat, die dschihadistisch motiviert ist”, sagte Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, bei einer Pressekonferenz.
Er habe sich demnach am 25. Mai bei der Stadtpolizei Winterthur gemeldet und dort “wirre Aussagen” gemacht. Obwohl er dabei keine Gewalt angedroht hatte, rückte die Polizei aus und brachte ihn in eine psychiatrische Einrichtung. Diese verließ der mutmaßliche Täter aber bereits am nächsten Tag wieder. Er sei zunächst gesucht worden, aber ein Arzt habe bescheinigt, dass er keine Gefahr für sich und andere darstelle.
Bahnhof wurde abgesperrt
Der Vorfall ereignete sich am Morgen gegen 8.30 Uhr. Der Mann ist der Polizei zufolge fünf Minuten nach dem Auslösen des Alarms festgenommen worden. Es habe keine weiteren Täter gegeben. Augenzeugen hatten berichtet, der 31-Jährige habe bei den Taten “Allahu Akbar” (“Gott ist groß”) gerufen, was Islamisten bei Anschlägen oft als religiösen Kampfruf verwenden.
Winterthur mit rund 120.000 Einwohnern liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Konstanz am Bodensee.
Mit Informationen von Florian Zelt, ARD-Studio Genf