Die Inflation in den USA ist im Mai erstmals seit Jahren auf über vier Prozent gestiegen. Die Reaktion von Präsident Trump darauf erstaunt und ist eine Steilvorlage für die Opposition.
US-Präsident Donald Trump hat mit einer überraschenden Reaktion auf die gestiegene Inflation Kritik hervorgerufen: “Die Zahlen waren großartig (…) Ich liebe die Inflation”, sagte er auf die Frage eines Journalisten, ob der Anstieg ihn nicht beunruhige. Trump erklärte erneut, dass die Inflation “wie ein Stein” fallen werde, sobald der Irankrieg beendet sei.
Zuvor hatte das Arbeitsministerium in Washington mitgeteilt, dass die Teuerung im Mai um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und damit auf ein Dreijahreshoch gestiegen sei. Der Preisanstieg geht vor allem auf Treibstoffe zurück.
Demokraten sehen Missachtung für Sorgen der Menschen
Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, erklärte, die Äußerungen zeigten Trumps Missachtung für die finanziellen Schwierigkeiten der Menschen: “Trump hat tatsächlich gesagt: ‘Ich liebe die Inflation.’ Vor laufender Kamera. Sodass ganz Amerika es hören konnte. Seine Verachtung für euch kennt keine Grenzen.”
Der Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Mike Johnson, erklärte später, die Äußerungen Trumps seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.
Die Lebenshaltungskosten sorgen in den USA seit Monaten für Unmut. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik Trumps. Die Demokraten haben die steigenden Preise zu ihrem Wahlkampfthema vor den Zwischenwahlen zum Kongress Anfang November gemacht.
Auswirkungen von Irankrieg treffen die US-Wirtschaft
Die Inflation legte den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) angestrebte Ziel von zwei Prozent. Energiepreise sind deutlich angezogen.
Grund sind die Folgen des Irankriegs und die Blockaden in der Straße von Hormus, durch die das weltweite Energieangebot deutlich eingeschränkt wurde. Entsprechend müssen Firmen derzeit viel mehr für Öl, Gas und Dünger ausgeben.
Das belegen auch die Mai-Zahlen in der größten Volkswirtschaft: Für Energie musste 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise. Der Kraftstoff hat sich etwa 40 Prozent verteuert.
Auch die US-Energiebehörde rechnet damit, dass Rohöl im laufenden Jahr deutlich teurer sein dürfte. Ging die Behörde im Februar noch von einem Durchschnittspreis von 58 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus, dürfte der Preis nun bei 95 Dollar liegen. 2027 dürfte der Durchschnittspreis dann auf 79 Dollar pro Barrel sinken. Das wäre aber immer noch mehr als die 53 Dollar, die die Behörde noch im Februar erwartet hatte.

