Auf einer der meistbefahrenen Autobahnen des Ruhrgebiets wird von heute an nach Weltkriegsbomben gesucht. Dafür wird die A40 bei Mülheim am Abend komplett gesperrt – für zehn Tage. Autofahrer werden Geduld brauchen.
David Richter aus Duisburg ist täglich auf der A40 unterwegs. Der Handwerker sagt: “Die Autobahn gehört mit zu meinem Beruf”. Zehn Tage lang muss er mit seinem Team jetzt lange Umwege in Kauf nehmen. Denn der Abschnitt zwischen Mülheim-Heißen und Mülheim-Winkhausen wird in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt, ab Donnerstagabend für zehn Tage.
40 Minuten länger
David Richter befürchtet lange Umwege bei Sperrung
“Die Sperrung ist für uns katastrophal”, sagt der Duisburger. Um 7 Uhr morgens startet die Firma für Dach- und Fassadensanierungen mit ihren Transportern los zu den Kunden. “Jetzt müssen wir noch früher los, ich rechne mit 40 Minuten durch die Umwege”. Der Duisburger will seine Kunden jetzt schon mal vorwarnen, dass es in den nächsten zehn Tagen später werden könnte.
Suche nach Blindgängern legt Autobahn lahm
Am Freitagabend um 21 Uhr geht es los mit der Vollsperrung. Grund dafür sind Kampfmittelsondierungen. Weil zwei Brücken abgerissen und neu gebaut werden, wird der Bereich auf mögliche Blindgänger untersucht. Am 22. Juni soll die Sperrung aufgehoben werden. Auf den ausgeschilderten Umleitungen über Autobahnen dürfte es voll werden.
Birgit Westphal aus Duisburg sagt: hilft nichts
Birgit Westphal steht mit ihrem Kleinwagen auf einem Parkplatz direkt an der A40 im Stadtteil Winkhausen. Sie lädt gerade ihre Einkäufe ein und meint zur Sperrung: “Hilft ja nichts. Irgendwann muss das gemacht werden und über ne Fliegerbombe will ja auch keiner drüber fahren.”
Einbußen befürchtet
Befürchtet Einbußen: Ümit Yilmaz
Nebenan steht Ümit Yilmaz in seinem Hähnchenwagen. Ihm stehen Schweißperlen im Gesicht, weil hinter ihm die goldbraunen Hähnchen bruzzeln. “Ich weiß von der letzten Sperrung, dass ungefähr zwanzig Prozent weniger Kunden kommen”, sagt er. Da er nur einmal pro Woche auf dem Parkplatz steht, kann er die Einbußen verschmerzen.
Von der A40-Vollsperrung überrascht: David Fischer
Völlig überrascht von der Sperrung ist David Fischer. Der Vertriebsmitarbeiter fährt jeden Tag von Gelsenkirchen nach Mülheim zur Arbeit und hat erst durch uns erfahren, dass auf seinem Arbeitsweg bald nichts mehr geht. “Da wusste ich nichts von. Jetzt werde ich wohl noch früher aufstehen müssen und mein Wecker geht schon um 6 Uhr”, sagt Fischer. Um dann schulterzuckend hinzuzufügen: “Aber was sollen wir machen, wir können es nicht ändern”.
Rentner-Ehepaar nimmt es mit Humor
Rentnerin Angelika Kirchberg wohnt gleich um die Ecke in Mülheim-Winkhausen. Sie hat sich schon mal die Umleitungen angeschaut. Weil sie häufig nach Essen fährt, müsste sie wohl innerstädtisch einige Umfahrungen in Kauf nehmen. “Wo sollen wir denn herfahren, es sind doch überall nur noch Baustellen? Ich müsste über die Altendorfer Straße, da kann man nicht mal eben schnell ausweichen”, sagt sie. Die Seniorin rechnet locker mit dreißig Minuten mehr Fahrzeit.
Rentner Hans Kirchberg nimmt es mit Humor
Ihr Mann Hans schaltet sich in das Gespräch ein: “Wir sind Rentner und hätten ja Zeit, aber die sind ja eigentlich immer am ungeduldigsten”. Immerhin, sollte während der Kampfmittelsondierung kein Blindgänger gefunden werden, wäre die Sperrung nach zehn Tagen beendet. “Aber bei unserem Glück finden se bestimmt was”, lacht Hans Kirchberg.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort im Gespräch mit Anwohnern
Sendung: WDR.de, So reagieren Anwohner und Firmen auf die A40-Vollsperrung, 12.06.2026, 5:01 Uhr

