Britische Armee stoppt Schattenflotte-Tanker im Ärmelkanal

Britische Armee stoppt Schattenflotte-Tanker im Ärmelkanal

Stand: 14.06.2026 • 14:56 Uhr

Das britische Militär hat nach Angaben von Premierminister Starmer einen Tanker der russischen Schattenflotte im Ärmelkanal gestoppt. Es ist die erste von Großbritannien geführte Operation dieser Art.

Großbritannien hat nach Angaben der Regierung im Ärmelkanal erstmals einen zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker aufgebracht. Er habe die Streitkräfte am frühen Morgen angewiesen, das Schiff abzufangen, teilte Premierminister Keir Starmer auf der Plattform X mit. Der erfolgreiche Einsatz versetze Russland einen weiteren Schlag und erinnere diejenigen, die Putins Krieg in der Ukraine befeuern, dass sie sich nicht verstecken könnten.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums handelt es sich bei dem Schiff um den knapp 244 Meter langen Öltanker “Smyrtos”, der laut der Webseite marinetraffic.com unter der Flagge Kameruns fährt und von einem russischen Hafen kommt.

Sechsstündige Operation

Kräfte der Marine und speziell ausgebildete Beamte der nationalen Kriminalpolizei hätten das Schiff geentert. Die Militäroperation habe sechs Stunden gedauert. “Das Schiff wird nun vor der Südküste festgehalten und überwacht, während die Ermittlungen andauern.”

Die Operation sei in enger Abstimmung mit Frankreich durchgeführt worden, das auf der anderen Seite des Ärmelkanals liegt. Nun werde das Schiff auf Umwelt- und Sicherheitsmängel überprüft. Die britische Regierung hatte der Armee des Landes im März die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen.

Russland will mit Schattenflotte Sanktionen umgehen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich auf X bei Großbritannien für die Aktion. “Russlands Hybris, angeheizt durch hohe Öl- und Gaseinnahmen, hat den Weg für diesen Krieg geebnet – und jede Entscheidung von Partnern, die Russland Geld vorenthält, begrenzt auch den Krieg selbst.” Europa müsse “dringend legislative Schritte unternehmen”, um nicht nur das Stoppen der Tanker zu ermöglichen, sondern auch die Konfiszierung des geladenen Öls.

Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen zu umgehen und unter anderem Öl über die Weltmeer zu transportieren. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe. Die Schiffe werden oft angehalten und überprüft. Vor zwei Wochen hatte Frankreich einen aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik überprüft – nach Pariser Angaben auch mit Unterstützung Großbritanniens. Der Kreml kritisierte damals, solche Aktionen grenzten an “internationale Piraterie”.

“Russland hängt von seiner Schattenflotte ab, um seinen Konflikt in der Ukraine zu finanzieren, und unser Verbot verschafft Putins illegalem Krieg einen Schlag”, sagte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis. Russlands Präsident Putin hatte den Angriffskrieg gegen die Ukraine in Februar 2022 begonnen.

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