In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte einen Anschlag auf ein israelisches Restaurant im Münchner Stadtteil Maxvorstadt verübt. Bei dem Vorfall entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro; verletzt wurde niemand. Die Tatverdächtigen konnten unerkannt fliehen.
Die Hintergründe waren nach Polizeiangaben zunächst unklar, inzwischen geht die Polizei von einem antisemitischen Motiv der Attacke aus. Der Staatsschutz ermittelt.
Fensterflächen nach lauten Knallgeräuschen zerstört
Die Einsatzzentrale der Polizei habe gegen 00.45 Uhr einen Anruf erhalten, wonach es in der Maxvorstadt an dem Lokal drei laute Knallgeräusche gegeben habe, sagte Polizeisprecher Tobias Schenk. Vor Ort stellte die Polizei fest, dass die Verglasung des Restaurants “Eclipse” zwei Löcher mit einem Durchmesser von jeweils etwa einem Quadratmeter aufwies. An einer dritten Stelle war die Scheibe intakt geblieben.
Im Inneren entstand kein nennenswerter Schaden. Zum Tatzeitpunkt war das Restaurant seit rund zwei Stunden geschlossen.
Mitarbeiter: “Wir lassen uns nicht einschüchtern”
Vor dem Angriff gab es nach Angaben des Lokals keine konkreten Drohungen gegen die Einrichtung. “Es gab keine direkten Drohungen”, sagte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, Grigori Dratva, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). “Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt.”
Er vermutet, dass die Täter politisch motiviert waren. “Also, wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe”, sagte Dratva.
Am Donnerstagabend sei das Restaurant bis 23.00 Uhr geöffnet gewesen. “Wir werden auch heute wieder öffnen”, kündigte Dratva am Freitagmorgen an. “Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.”
Schon früher Vorfall mit “Free Palestine”-Aufkleber
Dratva zufolge sind die Scheiben des Restaurants, das im Innenbereich etwa 70 Plätze für Gäste anbietet, mittlerweile provisorisch verklebt. Sie sollen später repariert werden. Das Lokal betreibe sein Schwager seit 2007.
Nach dem Überfall islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023 habe jemand einmal einen Aufkleber an eine Fensterscheibe geklebt mit dem propalästinensischen Slogan “Free Palestine”. Die Polizei sei eingeschaltet worden, die Hintergründe seien allerdings unklar geblieben, sagte Dratva.
Kommissariat für extremistische Straftaten ermittelt
“Wir ermitteln in alle Richtungen”, erklärte Polizeisprecher Tobias Schenk der Nachrichtenagentur dpa am Freitagmorgen. Der oder die Täter konnten bisher nicht gefasst werden. “Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen”, teilte die Polizei mit. “Um welche Art es sich dabei handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen.”
Auch das Kommissariat für extremistische Straftaten hat die Ermittlungen aufgenommen. “Das Besondere bei diesem Einsatz ist die politische Brisanz, die dahintersteckt. Die Betreiber dieses Restaurants sind jüdischen Glaubens”, so der Polizeisprecher.
Die Spurensicherung habe ihre Arbeit noch in der Nacht am Restaurant abgeschlossen. Nun müssten möglicherweise noch Zeugen befragt werden.
Mit Informationen von dpa und AFP

